Ende der kurdischen Autonomie: Damaskus übernimmt volle Kontrolle über den Nordosten Syriens.
Über ein Jahrzehnt lang existierte der Nordosten Syriens als ein halbautonomer politischer und militärischer Raum, geprägt durch Krieg, externe Unterstützung und lokale Selbstverwaltung. Dieses Arrangement ist nun kollabiert und signalisiert eine entscheidende Re-Zentralisierung der Macht durch Damaskus. Das plötzliche Verschwinden der kurdischen Selbstverwaltung markiert nicht nur eine territoriale Verschiebung, sondern eine strukturelle Neuordnung der Autorität innerhalb Syriens. Während die Regierung dies als nationale Wiedervereinigung darstellt, bergen die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Übergangs neue Risiken unter der Oberfläche. Die Integration ehemals autonomer Regionen erfordert mehr als militärische Kontrolle; sie verlangt politischen Ausgleich, wirtschaftliche Absorption und soziale Legitimität. Die kommende Phase wird entscheiden, ob die Vereinigung Stabilität schafft – oder lediglich einen ungelösten Konflikt durch einen anderen ersetzt.

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