Der Kreml rekrutiert verzweifelt amputierte Soldaten und schickt sie direkt in Kampfeinsätze

Sep 9, 2026
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Heute liegen bemerkenswerte Berichte aus dem Inneren der Russischen Föderation vor.

In diesem Kontext hat Wladimir Putin ein Dekret unterzeichnet, das die Heranziehung von Reservisten der Kategorie D — die bisher als völlig Wehrdienstuntaugliche eingestuft wurden — für den Dienst in Einheiten der Luftverteidigung im rückwärtigen Raum Russlands erlaubt. Bemerkenswerterweise umfasst die Kategorie D Personen, die aufgrund des Verlusts von Gliedmaßen als dauerhaft dienstunfähig gelten. Soldaten, die ein Bein, einen Arm oder andere Körperteile verloren haben und somit für den Fronteinsatz als untauglich eingestuft sind, sollen künftig für die Bedienung komplexer Flugabwehrsysteme eingesetzt werden, um ukrainische Drohnen- und Raketenangriffe im russischen Hinterland abzuwehren. Das Dekret gestattet zudem den Einsatz dieser Kräfte in BARS-Einheiten, die offiziell für den Sicherungsdienst im rückwärtigen Raum vorgesehen sind, in der Praxis jedoch wiederholt an vorderster Front eingesetzt wurden, insbesondere während der ukrainischen Gegenoffensiven in den Regionen Saporischschja und Kursk.

Die Anordnung, Amputierte für Kampfeinsätze an der Front oder im rückwärtigen Raum zuzulassen, spiegelt die extreme personelle Notlage im russischen Verteidigungsministerium wider, welches die Unterzeichnung des Dekrets bei Putin erwirkt hatte. Die Rekrutierungszahlen der russischen Streitkräfte befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Invasion im vollen Umfang, während die Personalverluste historische Höchststände erreichen. Von entscheidender Bedeutung ist hierbei, dass Russland zwar durchschnittlich tausend Vertragsbedienstete pro Tag anwirbt, die täglichen Verluste jedoch bei durchschnittlich eintausenddreihundert Mann liegen. Dies führt zu einem strukturellen Rekrutierungsdefizit von dreihundert Soldaten pro Tag beziehungsweise neuntausend Mann pro Monat.

Sicherheitspolitische Analysten gehen davon aus, dass Putin im Anschluss an die bevorstehenden russischen Parlamentswahlen am zwanzigsten September dieses Jahres eine neue Mobilisierungswelle ausrufen wird. Obwohl die Legitimität russischer Wahlen durch Vorwürfe von Korruption und systematischer Fälschung regelmäßig infrage gestellt wird, fungieren sie historisch betrachtet stets als Auslöser für zivile Unruhen und politische Proteste. Da bereits die vorangegangene Mobilisierungswelle erhebliche gesellschaftliche Verwerfungen hervorrief, versucht die Führung im Kreml, die offizielle Verkündung der nächsten Phase bis nach den Wahlen zu verzögern, um ein gegenseitiges Aufschaukeln der Krisenherde und unkontrollierbare Unruhen zu vermeiden. Dennoch bereiten die staatlichen Leitmedien die russische Bevölkerung psychologisch bereits intensiv auf eine erneute Mobilisierung vor, indem sie deren militärische Notwendigkeit thematisieren und als Schlüssel zur Überwindung der Stagnation der sogenannten militärischen Spezialoperation darstellen.

Dabei ist zu betonen, dass die russische Mobilmachung nach ihrer ersten Ankündigung durch Putin im September zweitausendzweiundzwanzig offiziell nie beendet wurde. Nach Erreichen des gesteckten Ziels von dreihunderttausend Rekruten ging die Erfassung in verdeckte und verdeckt-coercive Verfahren über. Dies reicht von Täuschungsmanövern — etwa der Zusage an Studenten über Verwendungen im rückwärtigen technischen Dienst, die stattdessen in Sturmeinheiten münden — über die Nötigung sprachunkundiger Ausländer zur Unterzeichnung von Dienstverträgen unter dem Vorwand von Arbeits- oder Aufenthaltstiteln bis hin zu systematischer physischer Gewalt und Folter an Wehrpflichtigen im regulären Einjahresdienst, um diese zum Abschluss von Zeitsoldatenverträgen zu zwingen.

Militäranalysten berichten übereinstimmend, dass die Rekrutierung, die sich anfänglich primär auf hohe finanzielle Antrittsprämien von derzeit bis zu dreißigtausend Euro stützte, zunehmend auf repressive Zwangsmaßnahmen umgestellt werden musste. Zuletzt wurden Fälle bekannt, in denen Rekrutierungskommandos Werkshallen stürmten, um Arbeiter festzunehmen und unter der Androhung physischer Gewalt sowie Beschuldigungen der Feigheit oder vermeintlichen Pro-Ukraine-Haltung zur Vertragsunterzeichnung zu nötigen. Die Brisanz dieser Praktiken verdeutlicht sich in der durchschnittlichen Überlebensdauer: Die Zeitspanne zwischen der Vertragsunterzeichnung und dem Tod des Soldaten in der Ukraine beträgt derzeit lediglich zehn bis zwanzig Tage — ein Prozess, der durch das abrupte Verlöschen der digitalen Aktivitäten russischer Soldaten in den sozialen Medien umfassend dokumentiert ist.

Insgesamt wird eine erneute offizielle Ankündigung dazu führen, dass die ohnehin aggressiven Rekrutierungspraktiken künftig unverhohlen und in weit größerem Maßstab angewendet werden, wenngleich die Mobilmachung formell nie ausgesetzt war. Die Heranziehung von Personen mit Amputationen für Reservisten- und Luftverteidigungseinheiten wird nicht nur zu vorhersehbaren operativen Fehlschlägen bei der Abwehr ukrainischer Drohnen- und Raketenangriffe auf die russische Infrastruktur führen, sondern ist vor allem ein Indikator für die extreme Lage im Kreml. Während Putin versucht, die Zeit bis zum Abschluss der Wahlen zu überbrücken, schleppt sich das russische Militär nur noch mühsam voran — nunmehr geschwächt durch den physischen Substanzverlust an den eigenen Streitkräften.

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