Indien wendet sich gegen Russland: Wirtschaftliche Verbindungen werden gekappt, Öltanker sind als Nächstes dran.
Indiens Rolle im globalen Sanktionsumfeld durchläuft eine stille, aber folgenreiche Transformation mit Auswirkungen weit über den bilateralen Handel hinaus. Was einst eine sorgfältig ausbalancierte Haltung zwischen strategischer Autonomie und wirtschaftlichem Pragmatismus war, weicht nun einem stärker durchsetzungsorientierten Ansatz auf See. Für Russland stellt dies einen strategischen Schock dar, da sich einer der letzten großen nichtwestlichen Absatzmärkte für sanktionierte Energie beginnt, seine rechtlichen und operativen Schlupflöcher zu schließen. Die Bedeutung dieses Wandels liegt nicht in einer einzelnen Festsetzung oder Vertragsentscheidung, sondern darin, wie er die Risikokalkulationen im gesamten Indischen Ozean verändert. Die maritime Durchsetzung ist nicht länger auf die Peripherie Europas beschränkt, sondern beginnt sich auf Routen auszudehnen, die Russland als dauerhaft permissiv betrachtete. Vor diesem Hintergrund tritt die Beziehung zwischen Indien und Russland in eine Phase ein, die weniger durch Partnerschaft als durch Hebelwirkung, Verwundbarkeit und Begrenzung geprägt ist.

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