Neue Satellitenaufnahmen aus dem russischen Hafen von Asow zeigen beschädigte russische Tanker und Frachtschiffe, die sich entlang der Küstenlinie stauen. Nachdem sie im Zuge der massiven ukrainischen Angriffskampagne zur maritimen Abriegelung der Krim beschädigt oder manövrierunfähig gemacht wurden, wurden zahlreiche Einheiten in die Häfen geschleppt, wo die russische Führung auf Instandsetzung hofft.

In der operativen Praxis schleppen die russischen Besatzungen jedoch faktisch maritime Wracks an die Küste zurück, nur um sogleich weitere Einheiten über dieselben Routen in die ukrainischen Wirkungsbereiche im Asowschen Meer zu entsenden. Dies entspricht der maritimen Entsprechung der verlustreichen frontalen Infanterieangriffe der russischen Streitkräfte an Land: Neue Schiffe werden nach vorne verlegt, während beschädigte und manövrierunfähige Einheiten gescheiterter Blockadeversuche zurück in die Hafenanlagen geschleppt werden.

Das Aufklärungsmaterial der Angriffe erklärt die Überlastung des Hafens, da ukrainische Stellen die Bekämpfung von über 179 russischen Wasserfahrzeugen innerhalb von nur zwei Wochen meldeten. Ukrainische Videosequenzen dokumentieren das sequenzielle Anfliegen mehrerer russischer Einheiten durch Drohnen und verdeutlichen die rasche Kumulation der Schäden. Ergänzendes Bildmaterial zeigt ein brennendes Schiff im Asowschen Meer sowie ein weiteres Fahrzeug, das trotz erlittener Treffer weiterhin unter russischer Flagge fährt. Der Frachter Babylon liefert die bislang detaillierteste Nahaufnahme: Im Rumpf stecken die Trümmer einer detonierten Drohne, während im Schiffsinneren Brand- und Deformationsschäden erkennbar sind. Die Verlustrate bleibt unverändert hoch; das tägliche Ausmaß der Schäden führt dazu, dass zahlreiche Einheiten in naher Zukunft dauerhaft dematrikuliert werden. Jedes russische Schiff, das in diese Gewässer einfährt, folgt dem Kurs Dutzender zuvor getroffener Einheiten, ohne dass Moskau von diesem Einsatzmuster abweicht.

Kürzlich durchgeführte Modernisierungen an den Drohnentypen FP-1 und FP-2 gehören zu den technischen Anpassungen, welche die Effektivität der ukrainischen Angriffe auf russische Seestreitkräfte und Handelsschiffe steigern. Beide Modelle wurden mit Endphasenlenkung und automatischer Zielerfassung ausgestattet, wodurch die Bordsysteme in der Lage sind, bewegliche Seeziele eigenständig zu identifizieren und den Anflugkurs in der Endphase zu korrigieren. Die russische Seite versucht, dieser Bedrohung durch die Montage von Maschinengewehren und elektro-magnetischen Störsendern auf den Decks entgegenzuwirken, um die Unbemannten Luftfahrzeuge abzuschiessen oder das Steuersignal zu unterbrechen. Sobald das Ziel jedoch erfasst ist, setzt die Drohne den Angriff selbst bei Signalverlust autonom fort. Der Operator führt die Drohne an das Ziel heran, woraufhin das Bordsystem das Schiff bis zum Aufschlag im Zielfenster zentriert hält, was die Treffergenauigkeit erheblich steigert.

Da die russischen Streitkräfte beschädigte Schiffe zur Reparatur in die Häfen zurückschleppen, nimmt das ukrainische Militär nun gezielt die eingesetzten Schlepper unter Feuer. Diese Schleppschiffe laufen zu den manövrierunfähigen Tankern und Frachtern aus, um deren Evakuierung einzuleiten; veröffentlichte Einsatzvideografien belegen jedoch, dass ukrainische Kräfte täglich ein bis zwei dieser Unterstützungseinheiten neutralisieren. Ohne Schlepperkapazitäten verbleiben die Havaristen auf See, Reparaturmaßnahmen können nicht eingeleitet werden und potenziell reparable Schäden werden zu Totalschäden. Russland ist gezwungen, weitere Bergungseinheiten in dieselben gefährdeten Seegebiete zu entsenden, was die Abnutzungsdynamik auf See reproduziert, da eine verunglückte Einheit das Folgefahrzeug nachzieht und den Rettungsversuch in einen weiteren Verlust verwandelt. Dieser anhaltende Operativdruck hat den Fährverkehr über die Straße von Kertsch nach vorliegenden Daten bereits um 75 Prozent reduziert, wodurch mehrere Einheiten außer Dienst gestellt wurden oder nur noch durch Schlepphilfe verlegt werden können.

Insgesamt steht die russische Führung vor der Alternative, den Schiffsverkehr drastisch einzuschränken oder weiterhin zusätzliche Einheiten in eine Operation einzubringen, in der Schiffsverluste zur Routine geworden sind. Selbst ohne direkte Treffer führen verdichtete Fahrpläne und erhöhte Schutzauflagen zu einer Reduzierung des Frachtdurchsatzes im Asowschen Meer. Mit sinkender Zahl einsatzbereiter Schiffe binden Reparaturarbeiten in den Häfen zunehmend Kapazitäten zu Lasten des regulären Umschlagbetriebs. Die Ukraine kann somit die maritime Logistikkapazität Russlands nachhaltig schwächen, ohne jedes Ziel versenken zu müssen, da jedes im Hafen gebundene beschädigte Schiff für nachfolgende Transporte ausfällt.


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