Heute kommen die größten Nachrichten aus dem Luftraum über dem ukrainischen Schlachtfeld.
Hier drehte sich der Drohnenkrieg lange Zeit um Störsignale, schnelles Wechseln von Frequenzen und darum, wer zuerst sehen oder zuschlagen konnte – ein Gleichgewicht, das durch die Einführung störsicherer Glasfaser-Drohnen völlig auf den Kopf gestellt wurde. Doch diese Waffe, die anfangs unaufhaltsam schien, stößt nun auf physische Probleme, die aus den Überresten ihres eigenen Designs entstehen, und es scheint, als würde sich das Zeitfenster für Glasfaser-Drohnen von selbst schließen.

Russische Kräfte haben den Einsatz von glasfasergebundenen FPV-Drohnen in mehreren Frontabschnitten deutlich ausgeweitet. Die Auswirkungen sind besonders bei Routinebewegungen spürbar, wenn selbst kurze Ablösungen oder Nachschubfahrten zu Hochrisikoereignissen werden. Soldaten berichten, dass sie inzwischen den Wechsel in und aus Stellungen fürchten, weil dies die Gefahr durch feindliche Glasfaser-Drohnen bedeutet. Diese Drohnen bleiben über physische Kabel statt Funksignale steuerbar, sind damit praktisch immun gegen Störmaßnahmen und ermöglichen den Bedienern eine stabile Kontrolle weit hinter der Front, ohne sich um Funklöcher sorgen zu müssen. Diese Fähigkeit verkleinert den defensiven Handlungsspielraum, statt ihn zu zerstören, und zwingt ukrainische Einheiten, länger statisch zu bleiben, wodurch ihre Fähigkeit sinkt, erschöpfte Truppen abzulösen. Mit der Zeit entsteht dadurch ebenso großer psychologischer wie taktischer Druck, weil die Bedrohung nicht passiv durch Störsender neutralisiert werden kann und Soldaten ständig in Alarmbereitschaft bleiben müssen.

Doch in immer mehr Gebieten, in denen diese Drohnen massenhaft eingesetzt wurden, tritt nun ein neues Phänomen auf. Die ultradünnen Leitungen früherer Glasfaser-Drohnen verschwinden nach einem Einschlag oder Verlust nicht, da das Steuerkabel, das sich während des Flugs abrollt, in Wäldern, Plantagen und auf Feldern hängen bleibt.

Über Wochen und Monate intensiver Kämpfe und Drohneneinsätze sammeln sich diese Stränge zu dichten, spinnennetzartigen Glasfasernetzen, die sich zwischen Ästen und Vegetation spannen. Bei Kälte fangen die Fasern Licht und Raureif ein und bilden ein schönes, aber tödliches Zeugnis, das eine wachsende Gefahr im Luftraum in niedriger Höhe verbirgt.


Diese Glasfasernetze sind jedoch für anfliegende Drohnen aller Art extrem gefährlich, da freiliegende Propeller und Motoren sich unabhängig vom Steuerungssystem leicht darin verfangen. Da die Drähte so dünn sind, können Bediener sie über die Kameras der Drohnen nahezu unmöglich erkennen; vorhandenes Bildmaterial und Beweise stammen meist von oben und bei idealen Lichtverhältnissen.


Fliegt eine Drohne unwissentlich durch diese Fäden, wickeln sich die Fasern sofort um die rotierenden Rotorblätter, ziehen sich in die Motoren und verursachen einen sofortigen und vollständigen mechanischen Ausfall. Ein Verheddern führt in der Regel zum unmittelbaren Verlust der Drohne und erzeugt Verschleiß ganz ohne aktive Abwehrmaßnahmen.


Der praktische Effekt ist zutiefst ironisch, denn frühere russische Drohnenwellen schützen nun passiv die ukrainischen Verteidiger. In der Praxis sind Glasfaser-Drohnen bei ihrer erstmaligen Einführung in einem Sektor sehr effektiv, da der Luftraum noch relativ frei ist. Mit zunehmender Nutzung verwandelt jedoch die Ansammlung von Kabelresten denselben Luftraum stetig in eine gefährliche Umgebung. Drohnenbediener sind gezwungen, Wälder nur noch durch eine schrumpfende Zahl natürlicher Öffnungen zu durchqueren, da die sichersten und effizientesten Flugkorridore zuerst genutzt und nach und nach durch angesammelte Drähte verstopft werden.

Die Bediener werden dadurch auf längere und exponiertere Routen durch dichtere Vegetation gedrängt, was den Batterieverbrauch erhöht und die Verweildauer in der Luft verringert. Zudem werden die Drohnen anfälliger für Wind, Äste und Begegnungen mit drohnenjagenden Infanteriepatrouillen, was die Schlagkraft senkt und die Einsatzfenster verkürzt.

Für die ukrainischen Verteidiger entsteht so eine seltsame Form des Schutzes, die keine aktiven Systeme oder Koordination erfordert. Besonders Stellungen oder Nachschubwege, die zu Beginn einer Schlacht stark angegriffen wurden, erleben diesen Effekt als erste. Gleichzeitig sind jedoch auch ukrainische Drohnen denselben Risiken ausgesetzt, was ständige Anpassungen bei Startdistanz, Flughöhe und Anflugwinkeln erzwingt.

Insgesamt hat das, was als Lösung gegen elektronische Kampfführung begann, eine mechanische Einschränkung hervorgebracht, die sich elektronisch weder unterdrücken noch umgehen lässt. Diese Entwicklung zeigt, wie unvorhersehbar moderne Schlachtfelder geworden sind, da eine Technologie, die Störmaßnahmen umgehen sollte, nun die Luftoperationen aller Seiten einschränkt. Die Bedrohung von gestern hat sich durch bloße Anhäufung und nicht durch gezielte Planung in die Verteidigung von heute verwandelt. Der Krieg in der Luft wird nicht mehr nur von Signalen und Sensoren geprägt, sondern von dem, was zwischen den Bäumen hängt.


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