Die Ukraine setzt koordinierte Drohnenschwärme ein, die die Verteidigung durch ihre schiere Anzahl überwältigen

Jan 1, 2026
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Heute kommen die größten Nachrichten aus der Ukraine.

Hier treffen künstliche Intelligenz, Massenproduktion und die Notwendigkeiten des Gefechtsfeldes in Form von Drohnenschwärmen aufeinander und deuten auf einen Wandel hin, der weniger die Leistung einzelner Drohnen betrifft als vielmehr die Art und Weise, wie unbemannte Systeme organisiert und eingesetzt werden. Jüngste Tests legen nahe, dass die entscheidende Veränderung nicht darin liegt, was Drohnen individuell leisten können, sondern darin, was möglich wird, wenn sie gemeinsam handeln.

Dieser Wandel zeigt sich in neu veröffentlichtem Filmmaterial des deutschen Verteidigungstechnologieunternehmens Auterion, das unter kontrollierten Bedingungen schwarmfähige Drohnensysteme getestet hat. In den Aufnahmen heben Gruppen kleiner Drohnen nahezu gleichzeitig ab und vermitteln sofort ein Gefühl von Masse, statt die Aufmerksamkeit auf einzelne Plattformen zu lenken.

Während sie sich vorwärts bewegen, verteilen sich die Drohnen über unterschiedliche Höhen und Richtungen und passen Abstand und Geschwindigkeit kontinuierlich an, um die Formation zu wahren, ohne sich auf starre Muster festzulegen. Die Bewegung wirkt anpassungsfähig und reaktionsschnell statt vorprogrammiert, da die Formation in Echtzeit auf Bedingungen reagiert und nicht einem festen Pfad folgt. Wenn sich der Schwarm dem Ziel nähert, verdichtet und ordnet sich die Formation neu, wobei die Drohnen aus mehreren Vektoren statt entlang einer einzigen Achse eintreffen.

Was dieses Material von früheren Mehrdrohnen-Demonstrationen unterscheidet, ist nicht allein die Anzahl der Drohnen in der Luft, sondern die Art und Weise, wie die Kontrolle innerhalb der Gruppe verteilt ist. Drohnenschwärme funktionieren, indem Entscheidungsprozesse von einer ständigen menschlichen Steuerung hin zu bordseitiger Autonomie verlagert werden, die zwischen den Drohnen selbst geteilt ist. Jede Einheit verfügt über eigene Rechenleistung und Sensorik, die es ihr ermöglichen, die eigene Position zu verfolgen, benachbarte Drohnen zu überwachen und dynamisch auf Veränderungen in der Umgebung zu reagieren. Softwareplattformen wie Auterions Nemyx stellen eine gemeinsame Steuerungsebene bereit, die es Drohnen unterschiedlicher Hersteller erlaubt, unter derselben Missionslogik zu operieren, statt als isolierte Systeme.

Der menschliche Bediener definiert Ziele und Einschränkungen, während die Schwarmsoftware Navigation, Abstände, Timing und Aufgabenverteilung in Echtzeit steuert. Wird die Kommunikation mit dem Bediener unterbrochen oder gehen einzelne Drohnen verloren, setzen die verbleibenden Drohnen die Mission autonom fort, eine Designentscheidung, die von Gefechtsfeldern geprägt ist, auf denen GPS-Störungen und elektronische Gegenmaßnahmen eher die Regel als die Ausnahme sind.

Drohnenschwärme werden die Kriegsführung erst dann verändern, wenn sie in einem Umfang eingesetzt werden können, der Operationen prägt, statt nur vereinzelte Effekte zu erzeugen. Ein koordinierter Schwarm kann einen Panzer zerstören, doch Kriege werden durch die Fähigkeit entschieden, über längere Zeit hinweg wiederholt Hunderte gepanzerte Fahrzeuge, Tausende Unterstützungs­mittel und große Konzentrationen von Personal zu bekämpfen. Da Schwärme mehrere Drohnen benötigen, um jede einzelne Wirkung zu erzielen, erfordern sie eine deutlich höhere Gesamtverfügbarkeit an Drohnen als konventionelle Eins-zu-eins-Systeme. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob Schwärme funktionieren, sondern ob sie unter Gefechtsverlusten schnell genug produziert, erhalten und ersetzt werden können.

Erst wenn koordinierte Drohnengruppen wiederholt über mehrere Sektoren hinweg gestartet werden können, beginnen sie, kumulativen Druck auf die Verteidigung auszuüben, Reaktionszeiten zu verkürzen und Verteidiger auf operativer Ebene zu zwingen, ihre Ressourcen stark zu strecken.

Diese Anforderung an die Skalierung bestimmt auch, wie schnell Schwärme in sinnvoller Weise im Gefecht erscheinen könnten. Statt einer sofortigen, frontweiten Einführung ist der wahrscheinlichste Weg ein konzentrierter Einsatz in ausgewählten Sektoren, in denen ausgebildete Einheiten, Logistik und Unterstützung durch elektronische Kampfführung gebündelt werden können.

Auterions Plan, zehntausende KI-gestützte Drohnen-Schlagkits an die Ukraine zu liefern, deutet auf eine Vorbereitung für den dauerhaften Einsatz statt auf begrenzte Versuche hin. Auch wenn noch unklar ist, ob die in den Tests gezeigten exakten Schwarmkonfigurationen sofort zum Einsatz kommen, senkt die Aufrüstung bestehender Drohnen die Hürde für operative Erprobungen. Erweisen sich diese Systeme in begrenzten Frontabschnitten als praktikabel, können sie mit wachsender Produktion, Ausbildung und Zuversicht ausgeweitet werden und experimentelle Koordination in eine wiederholbare Gefechtsfähigkeit überführen.

Insgesamt stellen Drohnenschwärme einen Übergang von individuell gesteuerter Drohnenkriegsführung hin zu koordinierten Systemen dar, die auf Masse und Autonomie aufbauen. Ihre Bedeutung liegt nicht in technologischer Neuartigkeit, sondern in der Fähigkeit, Koordination unter realen Gefechtsbedingungen zu skalieren. Der frühe Einsatz dürfte ungleichmäßig und lokal begrenzt sein und die Realitäten von Ausbildung, Logistik und Experimenten unter Feuer widerspiegeln.

Gelingt die Skalierung, könnte Koordination selbst zum entscheidenden Vorteil werden und die Art und Weise, wie Luftmacht auf taktischer Ebene eingesetzt wird, grundlegend verändern.

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