Heute kommen die größten Nachrichten aus dem Kaspischen Meer.
Hier war Russland davon ausgegangen, dass Offshore-Plattformen und der interne Seeverkehr vor ukrainischen Langstreckenangriffen geschützt seien, und betrachtete die Region als sicheres Hinterland außerhalb der effektiven ukrainischen Reichweite. Doch ukrainische Drohnen treffen russische Ziele erfolgreich und setzen das Kaspische Meer in Brand, wodurch sich für die Russische Föderation weit mehr Probleme ergeben als nur direkte Zerstörung.

Ukrainische Angriffe haben nun erneut Ziele in der Region des Kaspischen Meeres erreicht. Zwar hatte die Ukraine hier bereits in der Vergangenheit Angriffe durchgeführt, doch inzwischen ist klar, dass dies nur die erste Welle war. Die aktuelle zweite Angriffswelle zeigt eine gezielte Ausweitung der ukrainischen Schlagkampagne und signalisiert die Absicht, Russlands angenommene strategische Tiefe herauszufordern.

Zunächst führten ukrainische Spezialoperationskräfte koordinierte Angriffe auf drei Offshore-Bohrplattformen von Lukoil im Kaspischen Meer durch, die zur Treibstoffversorgung russischer Streitkräfte beitrugen. Auf den Feldern Filanowski und Korchagin wurden Turbinenbelüftungssysteme beschädigt, was Produktionsstillstände erzwang, während auf der Plattform Grayfer das Strommodul getroffen wurde, was zu einem vollständigen Betriebsstopp führte.

Zweitens sank ein iranisches Frachtschiff im Kaspischen Meer, nachdem es am 14. Januar ein Notsignal gesendet hatte, ein Vorfall, der vom Außenministerium Turkmenistans bestätigt wurde. Das Schiff stand im Zusammenhang mit Waffenlieferungen und befand sich auf der direkten Route im Kaspischen Meer, die für iranische Waffenlieferungen nach Russland genutzt wird. Vor dem Hintergrund der verstärkten ukrainischen Drohnenaktivität in der Region wirft der Vorfall die Möglichkeit eines drohnenbedingten Angriffs auf.

Bemerkenswert ist, dass dies nicht einmal das erste von der Ukraine getroffene Schiff war, da während der ersten Welle ukrainischer Angriffe auf das Kaspische Meer vier weitere Schiffe, die mit dem russisch-iranischen Waffen- und Ölhandel in Verbindung standen, unterwegs oder im Hafen getroffen wurden. Auffällig ist auch, dass die Lukoil-Bohrplattformen sowohl in der ersten als auch in der zweiten Phase wiederholt angegriffen wurden, was den ukrainischen Versuch unterstreicht, sie dauerhaft außer Betrieb zu halten. Schließlich wurde auch ein russisches Patrouillenschiff nahe der Filanowski-Plattform von ukrainischen Kamikazedrohnen getroffen, nachdem es zur Abwehr ukrainischer Drohnenangriffe entsandt worden war.

Diese Angriffe sind Teil der umfassenderen ukrainischen Tiefschlagkampagne. Durch Angriffe auf Raffinerien, Öldepots und nun auch auf die Lukoil-Ölplattformen im Kaspischen Meer greift die Ukraine Russlands Ölsektor in jeder Phase der Produktion an. Dies schränkt Russlands Fähigkeit ein, den Eigenbedarf zu decken und den Krieg durch den Export fossiler Brennstoffe aufrechtzuerhalten.

Die Angriffe auf Schiffe mit Waffenlieferungen aus dem Iran zielen darauf ab, Russlands Nachschub an Shahed-Drohnen zu begrenzen, die den Großteil der iranischen Lieferungen ausmachen, aber auch Artillerie- und Luftabwehrmunition. Darüber hinaus hat der Iran Raketen im Wert von etwa drei Milliarden US-Dollar verkauft, von denen der überwiegende Teil über Frachtschiffe geliefert wird, die das Kaspische Meer durchqueren.

Diese Waffenlieferungen und Ölplattformen galten aufgrund ihrer Entfernung von der Ukraine als sicher. Diese Annahme ist jedoch nicht länger haltbar, da Russland und Iran nicht in der Lage sind, selbst ihre internen maritimen Räume zuverlässig zu schützen. Das iranische Regime ist kaum in der Lage, seine Macht zu sichern, während Russlands Luftverteidigung bereits stark überdehnt ist, insbesondere im Kampf gegen die Ukraine.

Sowohl Russlands als auch Irans Kaspische Flottillen sind ausschließlich für Patrouillen- und Angriffsmissionen ausgelegt. Ihnen fehlen die Luftverteidigungsfähigkeiten, um Wellen erfahrener ukrainischer Langstreckendrohnen abzuwehren. Eine großangelegte militärische Umverlegung russischer oder iranischer Kräfte zur besseren Sicherung des Kaspischen Meeres ist aufgrund der geografischen Gegebenheiten ebenfalls nicht realisierbar.

Das Kaspische Meer ist ein abgeschlossener Einsatzraum mit begrenzten Transportkorridoren, was schwere logistische Engpässe schafft und eine schnelle oder skalierbare Kräfteverlegung verhindert. Die Verlegung von Luftabwehrsystemen oder Kampfflugzeugen in die Region wäre angesichts der begrenzten russischen Bestände schwierig und würde andere kritische Einsatzräume schwächen, ohne einen verhältnismäßigen Nutzen zu bringen. Die wirtschaftlichen Kosten einer solchen defensiven Haltung im Hinterland würden die operativen Gewinne voraussichtlich übersteigen. Infolgedessen kann Russland das Kaspische Meer nicht sinnvoll absichern, ohne anderswo hochwertigere Assets zu gefährden, was der Ukraine weitgehende Freiheit für weitere Angriffe in der Region lässt.

Insgesamt wird Russlands wahrgenommene Sicherheit im Hinterland durch die Ukraine aktiv zerstört, da diese Angriffe immer weiter entfernt von der Frontlinie durchführt. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Ukraine in der Lage sein wird, Ziele in dieser Region ohne wesentliche Hindernisse anzugreifen.

Russland und Iran dürften kaum in der Lage sein, einen wirksamen Widerstand zu leisten, der ausreicht, um den seegestützten Handel in diesem Gebiet zu sichern. Infolgedessen sind weitere Angriffe auf Offshore-Ölplattformen wahrscheinlich, da die Ausschaltung dieser Anlagen das direkteste Mittel bleibt, um die Produktion zu stoppen.


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