Unruhen: Putin erhöht Steuern für den Krieg, 70 % der Russen lehnen ihn ab

Mar 29, 2026
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Die signifikantesten Entwicklungen des heutigen Tages zeichnen sich innerhalb der Russischen Föderation ab.

Hier haben die fiskalischen Verluste Moskaus mittlerweile eine kritische Schwelle überschritten, die die Regierung zu beispiellosen Eingriffen in die ohnehin fragile Volkswirtschaft zwingt. Um die fortlaufenden Kriegsanstrengungen zu finanzieren, wurden massive Steuererhöhungen implementiert. Die russische Zivilgesellschaft war jedoch offenkundig nicht auf derart drastische Einschnitte vorbereitet, was zu einer deutlichen Erosion der öffentlichen Zustimmung zum Krieg in der Ukraine geführt hat.

Kürzlich unterzeichnete Präsident Wladimir Putin eine weitreichende Steuerreform, welche die Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent anhebt. Ziel dieser Maßnahme ist die Konsolidierung des wachsenden Haushaltsdefizits, das bereits im Februar das für das Gesamtjahr anvisierte Ziel von 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichte. Diese Entwicklung ist primär auf die eskalierenden Militärausgaben bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft infolge der westlichen Sanktionsregime zurückzuführen.

Die Reform weitet zudem die Mehrwertsteuerpflicht auf kleinere Unternehmen aus. Die Umsatzschwelle für die obligatorische Registrierung wurde drastisch von 740.000 US-Dollar auf 120.000 US-Dollar gesenkt, wodurch eine Vielzahl weiterer Akteure in das Steuersystem integriert wird.

In der Folge planen zahlreiche Unternehmen, die erhöhte Steuerlast direkt an die Endverbraucher weiterzugeben. Diese stehen bereits unter erheblichem Druck durch eine kriegsbedingte Inflation. Ökonomen prognostizieren, dass die Mehrwertsteuererhöhung nach ihrer Umsetzung zu einem weiteren Inflationsschub beitragen wird. Dennoch bleibt die Mehrwertsteuer eine zentrale Säule der staatlichen Fiskalpolitik: Mit Erträgen von 148 Milliarden US-Dollar generiert sie über 38 Prozent der gesamten Bundeseinnahmen.

Die Steuererhöhungen sind eine direkte Reaktion auf den massiven Anstieg der Militärausgaben in den letzten vier Jahren. Beliefen sich diese 2022 noch auf etwa 4,8 Prozent des BIP, stiegen sie bis 2025 auf schätzungsweise 7,5 Prozent an, was einem Volumen von rund 180 Milliarden US-Dollar entspricht. Im Jahr 2025 machten verteidigungsbezogene Ausgaben bereits 43 Prozent der gesamten Bundesausgaben aus – ein Indikator dafür, dass Russland immer höhere Ressourcen für den Konflikt aufwendet, während die Einnahmeseite erodiert.

Für den Zeitraum von 2024 bis 2027 plant das russische Verteidigungsministerium die Beschaffung von 700 Marschflugkörpern des Typs Ch-101 sowie 450 Kalibr-Raketen. Hinzu kommen hunderte Systeme der Typen Iskander und Kinschal, wobei die Gesamtkosten auf bis zu 6 Milliarden US-Dollar geschätzt werden.

Zusätzlich produziert Russland jährlich etwa 60.000 bis 80.000 Drohnen des Typs Shahed, was Kosten von bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar verursacht. Die Aufwendungen für weitere Drohnensysteme unterliegen der Geheimhaltung, werden von Experten jedoch im Bereich mehrerer Milliarden verortet. Die kriegsbedingten Personalkosten der russischen Streitkräfte erreichten im ersten Halbjahr 2025 etwa 24 Milliarden US-Dollar. Dies unterstreicht den enormen finanziellen Aufwand, den der Kreml allein zur Aufrechterhaltung der Intensität der Kampfhandlungen betreiben muss, ungeachtet des Ausbleibens operativer Durchbrüche.

Sämtliche Kostenfaktoren haben inzwischen das Niveau nachhaltiger Einnahmen überschritten, was den Kreml dazu zwingt, Kapital direkt bei Bürgern und Unternehmen abzuschöpfen. Um die klaffenden Defizite zu schließen, wird die Mehrwertsteuererhöhung laut Schätzungen Mehreinnahmen von über 12 Milliarden US-Dollar für den Haushalt 2026 generieren, was jedoch die Preise für Güter und Dienstleistungen weiter in die Höhe treibt. Zusammen mit geplanten Erhöhungen der Körperschaftsteuer und der Einkommensteuer, die das verfügbare Haushaltseinkommen schmälern, wird die Last effektiv auf die russische Bevölkerung verlagert.

Die liquiden Reserven im Nationalen Wohlfahrtsfonds sind nahezu erschöpft. Sie sanken von über 180 Milliarden US-Dollar vor Kriegsbeginn auf etwa 35 Milliarden US-Dollar Ende 2025. Ein Großteil der verbleibenden Mittel ist in Gold oder Yuan gebunden. Analysten warnen, dass der Fonds bis Mitte 2026 vollständig geleert sein könnte, sofern die Ölpreise nicht signifikant steigen. Da internationale Sanktionen den Zugang zu ausländischen Kapitalmärkten blockieren, ist der Staat auf die Emission inländischer Schuldtitel zu hohen Zinssätzen angewiesen, da das Ausland kaum noch zur Kreditvergabe bereit ist.

Da die einfache Bevölkerung nun einen immer höheren Preis für den Kurs Putins zahlt, nimmt der Zuspruch für eine Beendigung des Konflikts signifikant zu. Laut einer aktuellen Erhebung von Bild sprechen sich inzwischen bis zu 70 Prozent der Russen für ein Ende des Krieges in der Ukraine aus – der höchste Wert seit 2022 und ein Anstieg um 6 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat. Dieser Trend verdeutlicht, dass die ökonomischen Konsequenzen zunehmend die gesamte Gesellschaft durchdringen. Steigende Militärausgaben und deren Auswirkungen auf Inflation, Besteuerung und Lebensstandard führen zu wachsender öffentlicher Unzufriedenheit und erhöhen den Druck auf den Kreml.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Russlands Kriegsausgaben weiter steigen, was bei versiegenden Einnahmequellen weitere Steuererhöhungen unumgänglich macht. Da die Steuerlast jedoch nicht unbegrenzt gesteigert werden kann, wird Moskau langfristig gezwungen sein, seinen Kurs zu revidieren oder verstärkt Repressionsmaßnahmen gegen den Unmut der Bevölkerung einzuleiten. Trotz der wachsenden Spannungen hält der Kreml an der Fortsetzung der Kämpfe um jeden Preis fest. Die notwendigen Mehreinnahmen werden daher weiterhin zulasten der russischen Bürger generiert werden.

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