Aus Armenien gibt es heute bedeutende Entwicklungen zu vermelden.
Die russische Vorherrschaft über Armenien bricht zusammen, während das Land einen Kurs zur Emanzipation vom russischen Einfluss einschlägt. Da Russland jedoch weiterhin Militärpersonal in Armenien stationiert hat, um dieses als Druckmittel einzusetzen, wird die russische Präsenz nun endgültig verdrängt.

Armenien hat kürzlich den Abzug russischer Streitkräfte von mehreren strategischen Positionen nahe der Grenze zu Aserbaidschan bestätigt. Gleichzeitig wurde die Kontrolle über den Grenzübergang zum Iran an den armenischen Grenzschutz übertragen.

Zuvor wurde dieser Kontrollpunkt ausschließlich von russischen Grenztruppen überwacht, während Armenien lediglich durch Zollbeamte vertreten war. Nun haben die russischen Militärangehörigen ihre Posten verlassen und damit faktisch ihre bisherige Autorität eingebüßt. Bemerkenswert ist, dass die früheren gemeinsamen Patrouillen offensichtlich weitgehend als symbolische Sicherheitsregelung dienten, um den Anschein einer Kooperation aufrechterhalten zu können.


Gleichzeitig wurde die Gesamtzahl der in Armenien stationierten Angehörigen der russischen Streitkräfte um etwa 50 Prozent reduziert. Russische Radareinheiten aus der Region Martuni am Sewansee, die für die Überwachung des armenischen Luftraums und die Datenübermittlung an die armenischen Behörden zuständig waren, haben sich ebenfalls von ihren Stellungen zurückgezogen.

Russischen Grenzschützern wurde zudem der Zugang zum Kontrollpunkt Margara an der armenisch-türkischen Grenze verweigert, während die Zahl der entlang dieser Grenze eingesetzten russischen FSB-Kräfte in den letzten Jahren stetig reduziert wurde. Darüber hinaus unterstehen mehrere der strategisch wichtigsten Grenzposten, darunter der Kontrollpunkt Achurik an der armenisch-türkischen Grenze und der Übergang Agarak an der armenisch-iranischen Grenze, nicht mehr der Kontrolle des russischen FSB. Diese Übergänge wickeln wichtige Wirtschaftsströme ab und dienen als kritische Transitpunkte für den Handel und die Kommunikation Armeniens mit dem Iran sowie potenziell in der Zukunft mit der Türkei. Im Zuge der Rücknahme der Grenzkontrolle durch Armenien sind russische Militärangehörige kürzlich auch vom Flughafen Swartnoz in der Hauptstadt Eriwan abgezogen.

Armeniens Vorhaben, die militärische Zusammenarbeit mit Russland zu reduzieren und die Abhängigkeit zu verringern, wird noch deutlicher, wenn man die Architektur der armenischen Luftabwehr betrachtet. Insbesondere im gemeinsamen Kontrollzentrum für die Luftverteidigung haben sich armenische Mitarbeiter geweigert, Radardaten mit ihren russischen Kollegen zu teilen, und kommunizieren nun ausschließlich auf Armenisch, um die Russen auszuschließen. Obwohl Premierminister Nikol Paschinjan kürzlich erklärte, dass der russische Stützpunkt derzeit die europäischen Bestrebungen Armeniens nicht behindere, deutete er an, dass sich diese Position in Zukunft ändern könnte, was auf einen potenziellen Bruch mit dem russischen Einfluss hindeutet.

Gleichzeitig werden in der Region Sjunik entlang der iranischen Grenze neue Stellungen vorbereitet, um amerikanische Luftabwehrspezialisten aufzunehmen, die mit der Überwachung iranischer Aktivitäten, insbesondere von Raketenstarts, beauftragt sind. Diese Entwicklung wird weithin als Hauptgrund für den raschen Abzug russischer Militäreinheiten von mehreren Standorten im Land und den klaren Übergang zu einer Partnerschaft mit westlichen Staaten angesehen.

Dies unterstreicht, wie der russische Sicherheitsschirm im Südkaukasus stetig erodiert, während andere Akteure an Einfluss gewinnen. Jahrzehntelang verließ sich Moskau auf Militärstützpunkte, Grenzschutzbeamte und integrierte Luftverteidigungssysteme, um die Dominanz in einer Region zu behaupten, die es historisch als seine Einflusssphäre betrachtete, da sie ehemals Teil der Sowjetunion war.

Der schrittweise Rückbau früherer Vereinbarungen durch Armenien signalisiert eine signifikante Verschiebung des regionalen Machtgefüges. Während Jerewan eine größere Kontrolle über seine Grenzen und seine Verteidigungsinfrastruktur beansprucht und gleichzeitig engere Beziehungen zu westlichen Partnern prüft, verliert Russland die Kontrolle und den Einfluss über die Region.

Dieser allmähliche russische Rückzug scheint erst der Anfang zu sein, da die armenische Führung zunehmend an Moskaus Zuverlässigkeit als Sicherheitsgarant zweifelt, insbesondere nachdem Russland nie ernsthaft versucht hat, Aserbaidschan an militärischen Aktionen gegen Armenien zu hindern. Politische Entwicklungen deuten darauf hin, dass Armenien einen entscheidenden strategischen Bruch mit Russland vorbereitet, selbst wenn der äußere Anschein einer teilweisen und begrenzten Zusammenarbeit gewahrt wird, um eine unmittelbare Konfrontation zu vermeiden.

Insgesamt ist die russische Präsenz in Armenien seit Jahren rückläufig, und da nun ein militärischer Rückzug aus Armenien im Gange ist und das amerikanische Engagement schrittweise Teile der entstehenden Sicherheitslücke füllt, erscheint die vollständige Verdrängung Russlands unvermeidlich. Moskau ist zunehmend unfähig, die Vorherrschaft selbst in dem Bereich aufrechtzuerhalten, den es lange Zeit als seinen Hinterhof betrachtete, was die Wahrnehmung Russlands als ehemalige Weltmacht verstärkt.

Infolgedessen wird Armenien wahrscheinlich zuverlässigere Sicherheitspartner suchen und sich noch weiter von Russland distanzieren, nachdem die russische Fähigkeit zur Einflussnahme durch den Krieg in der Ukraine erheblich geschwächt wurde.


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