Heute kommen die wichtigsten Neuigkeiten aus dem Himmel über der Ukraine.
Über einer Frontlinie, an der Aufklärungs- und Kampfdrohnen permanent den Luftraum überwachen, operieren Artillerieeinheiten unter der ständigen Gefahr sofortiger Entdeckung und Gegenfeuers. In diesem Umfeld hängt das Überleben inzwischen davon ab, Artillerie praktisch unsichtbar zu machen, was den Boden für einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise der Gegenbatteriekriegsführung bereitet.

Laut Berichten sind diese Abfangteams direkt in die Artillerieverbände integriert und agieren nicht als separate Luftabwehreinheiten. Dadurch erhalten die Geschützbesatzungen ein eigenes Mittel zum unmittelbaren Selbstschutz. Ihre Aufgabe ist eng umrissen, aber entscheidend: feindliche Drohnen zu entdecken, zu verfolgen und zu zerstören, bevor diese Feuerstellungen aufklären oder Gegenbatterieschläge lenken können.

Dieser Schritt spiegelt eine breitere Anpassung innerhalb der ukrainischen Artillerie wider, in der Überlebensfähigkeit ebenso wichtig geworden ist wie Feuerkraft. Anstatt sich ausschließlich auf Tarnung, Mobilität oder übergeordnete Luftverteidigung zu verlassen, integrieren die Brigaden den Kampf gegen Drohnen als zentrale Artilleriefunktion. Das Ergebnis ist ein engerer und schnellerer Reaktionskreislauf zwischen Erkennung, Abfang und fortgesetztem Feuern, ohne auf die Koordination mit benachbarten Drohneneinheiten angewiesen zu sein, die selbst zahlreiche andere Kampfeinsätze bewältigen müssen.

Der Hauptgrund für diese Entwicklung liegt darin, dass russische Kamikaze- und Aufklärungsdrohnen inzwischen tief in ukrainische rückwärtige Räume eindringen und routinemäßige Bewegungen zu einem ständigen Risiko machen, wodurch die praktische Grenze zwischen Front und Hinterland verschwindet. Sobald eine Drohne Bewegung oder Feueraktivität entdeckt, kann sie über dem Ziel kreisen, es bestätigen und die Koordinaten nahezu in Echtzeit weiterleiten. Anschließend werden weitreichende Angriffsdrohnen eingesetzt, die ukrainische Mittel weit außerhalb der Reichweite konventioneller Waffen aufspüren und zerstören.

Für Artillerieeinheiten ist diese Bedrohung besonders ausgeprägt. Ihre relative Unbeweglichkeit, vorhersehbare Feuerzyklen, Mündungsfeuer und akustische Signaturen machen sie äußerst verwundbar. Gezogene Geschütze sind am längsten exponiert, doch selbst Selbstfahrsysteme müssen anhalten, ausfahren, feuern und innerhalb eines engen Zeitfensters verlegen. Eine einzige Aufklärungsdrohne kann eine komplette Angriffskette auslösen. Um nicht vom Zufall abhängig zu sein, überschwemmen russische Kräfte den Luftraum mit Drohnen und halten einen permanenten Aufklärungsdruck aufrecht. In diesem Umfeld reichen klassische Tarnung und „Shoot-and-Scoot“-Taktiken allein nicht mehr aus, damit ukrainische Artillerie wirksam auf dem Gefechtsfeld bestehen kann.

Infolgedessen fungieren die integrierten Abfangeinheiten nun als schützende Schicht über den Artillerieoperationen und überwachen kontinuierlich den Luftraum, in dem russische Drohnen am wahrscheinlichsten auftauchen. Kleine und schnelle Abfangdrohnen werden gestartet, sobald feindliche Aufklärungs- oder Angriffsdrohnen von Front-Radaren und Sensoren entdeckt werden, und eilen heran, um sie zu bekämpfen, bevor sie eine Feuerstellung fixieren oder Koordinaten weitergeben können. Dies ist kein einmaliger Vorgang, sondern ein fortlaufender Zyklus, bei dem Drohnen rotierend eingesetzt werden, um eine dauerhafte Abdeckung sicherzustellen.

Indem die Abfangdrohnen den Luftraum freimachen, schaffen sie temporäre Sicherheitszonen, in denen Geschütze mit reduziertem Risiko sofortiger Entdeckung in Stellung gehen, feuern und verlegen können. Diese Zonen sind dynamisch und verschieben sich mit der Bewegung der Batterien oder dem Wechsel der Aufträge. Ziel ist keine vollständige Luftraumsperre, sondern eine lokale und zeitlich begrenzte Kontrolle, gerade lange genug, damit die Artillerie ohne unmittelbare Aufklärung operieren kann.

Die Integration spezialisierter Drohnen-Abfangeinheiten in ukrainische Artilleriebrigaden beginnt, den Kernmechanismus der russischen Gegenbatteriekriegsführung zu untergraben, indem dem Gegner zuverlässige Luftaufklärung entzogen wird. Einheiten, die mit dem Abschuss feindlicher Drohnen beauftragt sind, durchbrechen die russische Aufklärungskette, die zuvor nahezu sofortige Gegenbatterieschläge ermöglichte, und zwingen gegnerische Feueraufträge, weniger dauerhaft und weniger effektiv zu werden.


Im Jahr 2025 sollen ukrainische Kräfte mehr als 1.000 feindliche Aufklärungsdrohnen abgeschossen haben, was die russischen Fähigkeiten in Aufklärung, Überwachung und Zielerfassung direkt geschwächt hat. In der Folge ist die Überlebensfähigkeit der ukrainischen Artillerie spürbar gestiegen, und die Brigaden berichten von einer deutlich höheren Feuerrate bei geringeren Verlusten durch feindliche Aufklärungs- und Angriffsdrohnen als in früheren Phasen dieser russischen Taktik.


Insgesamt markiert die direkte Einbindung von Abfangdrohnen in Artillerieeinheiten einen strukturellen Wandel darin, wie Feuerkraft unter permanenter Luftüberwachung überlebt und wirkt. Durch die Verlagerung der Luftverteidigung auf Batterieebene reagiert die ukrainische Artillerie nicht mehr nur auf die Dominanz von Drohnen, sondern stellt sie aktiv infrage und gewinnt Handlungsspielraum in umkämpften rückwärtigen Räumen zurück. Dadurch wird Artillerie für kritische Zeitfenster effektiv unsichtbar und der Rückkopplungseffekt durchbrochen, der russisches Gegenbatteriefeuer so tödlich gemacht hat. Die tiefere Bedeutung liegt darin, dass Gegenbatteriekriegsführung nicht durch größere Reichweite oder schnellere Geschütze entschieden wird, sondern durch die Kontrolle des Luftraums, in dem Zielaufklärung beginnt.


.jpg)








0 Kommentare