Heute kommen wichtige Nachrichten aus Polen.
Hier verletzen russische Drohnen den polnischen Luftraum nicht nur im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, sondern auch als Mittel, um Zweifel zu säen und Panik innerhalb des Nato-Gebiets auszulösen. Polen hat jedoch nun die Schaffung einer Anti-Drohnen-Strategie angekündigt, die dieses Problem angehen soll, während Russland sich weigert, seine Eskalation zu beenden.

In der bislang jüngsten und gefährlichsten Eskalation stürzte kürzlich eine unbekannte Drohne innerhalb eines polnischen Militärgeländes in Przasnysz ab, nur wenige Meter von einem Munitionsdepot des 2. funk-elektronischen Zentrums entfernt, etwa 90 Kilometer nördlich von Warschau. Ein diensthabender Offizier beobachtete, wie die Drohne über die Basis flog, bevor sie die Kontrolle verlor und auf dem Gelände abstürzte, und damit nur knapp eine potenziell katastrophale Explosion auf Nato-Territorium vermied.

Die Militärpolizei sicherte die Drohne und leitete eine formelle Untersuchung ein, doch auf strategischer Ebene war der Schaden bereits angerichtet. Der Vorfall zeigte, wie gering der Fehlerspielraum an Polens Ostflanke inzwischen ist. In einer Zeit, in der die Drohnenkriegsführung zunimmt und Russlands Krieg gegen die Ukraine andauert, kann selbst ein technischer Defekt gefährliche Folgen haben.

Die Gefahr, dass die Drohne eine Explosion im Munitionsdepot auslösen könnte, führte in Warschau sofort zu Alarm. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte offen, dass nun eine Grenze überschritten sei und die Lage unvergleichlich gefährlicher als zuvor geworden sei. Die polnische Führung berief umgehend Krisensicherheitsgespräche ein, da die Geduld gegenüber wiederholten Provokationen erschöpft war. Diese Beratungen standen in direktem Zusammenhang mit der Ausweitung der Initiative „East Shield“, beschleunigten die Stationierung mobiler Drohnenabwehrsysteme, stärkten den Schutz militärischer und energetischer Infrastruktur und intensivierten die Koordination mit der Nato an der Ostflanke des Bündnisses.

Der Drohnenabsturz ist Teil eines breiteren und alarmierenden Musters von Verletzungen des polnischen Luftraums. Immer wenn Russland größere Angriffe auf die Westukraine startet, ist Polen gezwungen, seinen Luftraum vorübergehend zu schließen, da Raketen, Drohnen oder unbekannte Objekte sich der Grenze nähern oder sie überqueren.

Nur wenige Stunden nach dem Absturz schlossen die Behörden erneut den Luftraum entlang der nördlichen Grenze, nachdem belarussische Ballons entdeckt worden waren. Ähnliche Vorfälle nehmen in ganz Europa zu, von Deutschland bis ins Baltikum, wo Drohnen in der Nähe von Häfen, Übungsplätzen und kritischer Infrastruktur gesichtet werden.

Am wichtigsten ist jedoch, dass es fast nebensächlich ist, ob der jüngste Drohneneinflug unbeabsichtigt, fahrlässig oder absichtlich war, da Russland die Risiken seines Handelns längst kennt. Wiederholte Hochrisikoprovokationen mit Drohnen, die Grenzen überschreiten, hybrider Druck und mehrdeutige Zwischenfälle sind Ereignisse, die zwangsläufig irgendwann schiefgehen. Moskaus bekannte Reaktion besteht aus Leugnung und Ablenkung, mit Behauptungen, die Drohnen seien nicht russisch, ukrainische elektronische Kampfführung habe sie umgeleitet oder Kyjiw habe sie bewusst im Rahmen einer False-Flag-Operation gestartet, um eine Eskalation zu provozieren. Polen macht sich jedoch keine Illusionen, da die Drohnen zerlegt und eindeutig als zu hundert Prozent russisch identifiziert wurden, was klar nicht auf einen sogenannten Fehler, sondern auf eine bewusste Eskalation hindeutet.

Bei dieser Anzahl von Eindringlingen weicht Toleranz aktiven Gegenmaßnahmen, und Warschau hat diesen Punkt erreicht. Polen hat ein wegweisendes Abkommen unterzeichnet, um das zu errichten, was es als Europas ersten vollständig integrierten, intelligenten Anti-Drohnen-Schild bezeichnet.

Das SAN-Anti-Drohnen-System, entwickelt gemeinsam mit dem norwegischen Unternehmen Kongsberg Defense & Aerospace und dem polnischen staatlichen Rüstungskonzern PGZ, hat einen Wert von rund 4,2 Milliarden US-Dollar. Das System soll 18 Drohnenabwehrbatterien, 52 Feuerzüge und 18 Führungszüge umfassen, die von mehr als 700 Fahrzeugen unterstützt werden und Geschütze, Raketen, Abfangdrohnen und elektronische Kampfführung kombinieren.


Die Auslieferungen sollen noch in diesem Jahr beginnen, die vollständige Einsatzbereitschaft wird innerhalb von 24 Monaten erwartet. Das System wird in Polens bestehende gestaffelte Luftverteidigung integriert, darunter Patriot-Batterien, Narew-Kurzstreckensysteme und Pilica-Nahbereichsverteidigung, und entlang der Ostgrenze einen dichten Schutzschirm bilden, der darauf abzielt, künftige russische Provokationen zu verhindern.


Insgesamt ist die Botschaft aus Polen eindeutig, denn das Land investiert massiv in Luftverteidigung und elektronische Kampfführung nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Notwendigkeit. Die Nähe zum Krieg in der Ukraine wirkt sich inzwischen nahezu täglich auf den polnischen Luftraum aus, und jeder Drohneneinflug, jede Luftraumsperrung und jede Beinahe-Kollision bringt Polen näher an einen Punkt, an dem Zurückhaltung möglicherweise nicht mehr möglich ist. Diese Maßnahmen sind ein aktives Mittel zum Schutz des Nato-Luftraums und zur Vermeidung eines Krieges, in der Hoffnung, dass sie nicht zu spät kommen, während Russland seinen Eskalationskurs fortsetzt.


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