Die Hilfe erreichte die Ukraine gerade noch rechtzeitig, als Russland nukleare Anlagen angriff.

Feb 7, 2026
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Heute kommen die wichtigsten Nachrichten aus dem ukrainischen Energiesystem.

Hier ringt das Land darum, während Russlands Winterangriffskampagne die Stromversorgung aufrechtzuerhalten. Die Lage verschärft sich dadurch, dass Russland nun gezielt Energieinfrastrukturen angreift, die mit den ukrainischen Kernkraftwerken verbunden sind, und die Energiekrise damit in eine deutlich gefährlichere Phase treibt.

Russlands Angriffskampagne hat das ukrainische Energiesystem so stark geschädigt, dass es faktisch nur noch auf Strom aus drei Kernkraftwerken angewiesen ist. Diese Abhängigkeit besteht, weil Wärmekraftwerke und andere Erzeugungsquellen schwer beschädigt wurden und die Kernenergie als einzige großskalige Versorgung verbleibt. Die zentrale Verwundbarkeit liegt dabei weniger in den Reaktoren selbst als in der Struktur des Stromnetzes. Elektrizität wird über Hochspannungsleitungen und Umspannwerke verteilt, die Angebot und Nachfrage zwischen Regionen ausgleichen, und Russland versucht gezielt, dieses System in voneinander isolierte Energieinseln zu zerschlagen.

Eine Energieinsel entsteht, wenn zentrale Übertragungsverbindungen zerstört werden und Strom nicht mehr zwischen Regionen fließen kann. In der Praxis kann ein Kernkraftwerk weiter Strom produzieren, während große Städte keinen davon erhalten, weil die Leitungen, die den Strom transportieren, unterbrochen sind. Gleichzeitig gehen der Ukraine die Abfangraketen für die Luftverteidigung aus, was den Schutz der verbleibenden kritischen Netzknoten einschränkt.

Da die meisten Kraftwerke bereits außer Betrieb sind, ist Russland zu einem gefährlicheren Ansatz übergegangen und greift gezielt die Umspannwerke an, die Kernkraftwerke mit dem restlichen Land verbinden. An diesen Knotenpunkten verlässt der Strom die Anlagen und gelangt in die Fernübertragungsleitungen, die Städte und Industrie versorgen. Eine Angriffswelle traf die Übertragungsinfrastruktur in und um Kyjiw, wodurch mehr als eine Million Haushalte ohne Strom blieben und in tausenden Wohnhäusern die Heizung ausfiel.

Ein weiterer Angriff richtete sich gegen vergleichbare Netzknoten in anderen Regionen und führte zu großflächigen regionalen Stromausfällen. In beiden Fällen gelang es jedoch nicht, die Verbindungen zwischen den Kernkraftwerken und dem nationalen Netz vollständig zu kappen. Wären diese Verbindungen erfolgreich unterbrochen worden, hätten die Kraftwerke weiter Strom erzeugt, dieser hätte jedoch weder Städte noch Verkehrssysteme oder Industrieanlagen erreicht.

Diese Angriffe waren als entscheidender Schlag zu einem Zeitpunkt gedacht, an dem man davon ausging, dass die ukrainischen Luftverteidigungsbestände nahezu erschöpft seien. In den Tagen vor den Angriffen erhielt die Ukraine jedoch neue Luftverteidigungsmunition von europäischen Partnern, wodurch eine begrenzte Abfangfähigkeit wiederhergestellt wurde. Russische Planer gingen davon aus, dass die ukrainische Luftverteidigung weitgehend aufgebraucht sei, und setzten daher auf Masse und Schlüsselziele statt auf die Bekämpfung aktiver Abwehrsysteme.

Die Angriffe verursachten erhebliche Schäden und Stromausfälle, doch die verfügbaren Abfangmittel ermöglichten es der Ukraine, die wenigen Kraftwerke und Übertragungsleitungen zu schützen, deren Verlust das Netz tatsächlich gespalten hätte. Beide Versuche lösten keinen systemweiten Zusammenbruch aus, sodass das Energiesystem funktionsfähig blieb, allerdings mit kaum noch vorhandenen Reserven, um weitere Angriffe abzufedern.

Die russischen Angriffe fallen in die kälteste Phase des Winters, mit Temperaturen von bis zu minus dreißig Grad Celsius. Unter diesen Bedingungen erreicht der Strombedarf seinen Höhepunkt, da Heizsysteme und lebenswichtige Dienste stärker auf eine kontinuierliche Stromversorgung angewiesen sind. Die Kälte verlangsamt zudem Reparaturen, weil Geräte schneller versagen und die Einsatzkräfte unter Gefrierbedingungen arbeiten müssen, während Luftalarmwarnungen die Wiederherstellungsarbeiten immer wieder unterbrechen. Ukrainische Reparaturteams arbeiten rund um die Uhr, um Umspannwerke zu stabilisieren und Stromflüsse umzuleiten. Die Belastung für die Zivilbevölkerung entsteht vor allem dadurch, dass Strom und Heizung in extremer Kälte über Tage hinweg ausfallen, weniger durch die unmittelbaren Einschläge selbst.

Während sich die Ausfälle hinziehen und in der extremen Kälte die Heizung wegfällt, sind europäische Staaten mit Nothilfe im Energiebereich eingesprungen. Sie liefern Generatoren, Transformatoren und begleitende Finanzmittel im Umfang von rund 415,7 Millionen Euro, um die Stromversorgung wiederherzustellen und Heizsysteme am Laufen zu halten. Diese Unterstützung soll die Zeit zwischen Schaden und Reparatur verkürzen und verhindern, dass sich Ausfälle im System ausbreiten. Parallel dazu hat ein dringendes Koordinationstreffen der G7 zusätzliche Energiehilfe und Finanzierungen abgestimmt. Ziel ist es, das Netz über den Winter hinweg funktionsfähig zu halten, indem mobile und alternative Stromquellen ausgeweitet und die Abhängigkeit von leicht beschädigbaren Übertragungsleitungen reduziert wird.

Insgesamt hängt das ukrainische Energiesystem derzeit davon ab, drei Kernkraftwerke trotz ständiger Angriffe mit dem Übertragungsnetz verbunden zu halten. Notlieferungen für die Luftverteidigung und ausländische Energiehilfe haben die kurzfristigen Sicherheitsmargen verbessert, die strukturellen Verwundbarkeiten jedoch nicht beseitigt. Die Stabilität des Netzes hängt weiterhin von der Verfügbarkeit von Abfangmitteln, schnellen Reparaturen und anhaltender internationaler Unterstützung ab. Die Ukraine bleibt vorerst funktionsfähig, da es bisher gelungen ist, die Kernenergie im nationalen Netz zu halten, steht jedoch weiterhin unter dem Risiko erneuter Angriffe.

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