Heute gibt es wichtige Neuigkeiten aus Russland.
Hier hat das russische Raumfahrtprogramm einen historischen Tiefpunkt erreicht: Die lang versprochene Starlink-Alternative kommt nicht voran und ist de facto zum Stillstand gekommen. Was die russischen Streitkräfte modernisieren und vernetzen sollte, ist stattdessen in Verzögerungen, Finanzlücken und verpassten Starts implodiert, wodurch die Truppen blind, isoliert und strukturell von modernem netzwerkzentriertem Krieg abgeschnitten bleiben.

Der Versuch Russlands, eine inländische Alternative zum Starlink-Satelliteninternet zu entwickeln, wird zunehmend durch strukturelle und finanzielle Schwierigkeiten zurückgeworfen, sodass Zweifel an der Durchführbarkeit aufkommen. Das Projekt konzentriert sich auf eine Breitband-Konstellation im niedrigen Erdorbit, entwickelt von der privaten Firma Bureau 1440 in Kooperation mit der staatlichen Raumfahrtagentur Roscosmos. Die Initiative ist formell in das nationale Projekt „Kosmos“ eingebettet, das von Präsident Wladimir Putin genehmigt wurde, und sieht den Einsatz von 365 Satelliten im niedrigen Erdorbit vor, um Breitband-Internetabdeckung über die Russische Föderation zu gewährleisten.

In der Praxis verbleiben die Satelliten im niedrigen Orbit jedoch nicht über dem nationalen Territorium, sondern durchqueren kontinuierlich den Globus entlang ihrer Umlaufbahnen. Eine Konstellation, die nur Russland abdecken soll, würde daher gleichzeitig Konnektivität über große Teile der Ukraine, Europas und anderer Regionen bieten, in denen russische militärische oder hybride Operationen wahrscheinlich sind. Das Programm lässt sich somit als primär für den Inlandsgebrauch darstellen, während es faktisch die technische Grundlage für breitere, expeditionäre militärische Kommunikationsfähigkeiten schafft.

Der Start der ersten 16 Satelliten, ursprünglich für Ende 2025 geplant, hat bislang nicht stattgefunden. Laut einiger Quellen liegt die Verzögerung darin begründet, dass die Produktionsverpflichtungen bis zum festgelegten Termin nicht erfüllt werden konnten; der Start wurde auf ein unbestimmtes späteres Datum in diesem Jahr verschoben, dürfte jedoch weitere Verzögerungen erfahren.

Das Fehlen eines widerstandsfähigen Satellitenkommunikationsnetzes der Starlink-Klasse wirkt sich in Kaskaden auf russische Militäroperationen aus, beginnend beim Kommando. Ein zuverlässiges, weltraumbasiertes Internet ermöglicht es militärischen Führungskräften und Einheiten an der Front, ständig verbunden zu bleiben, Informationen schnell und klar auszutauschen, selbst in Gebieten, in denen Kämpfe, Störungen oder Schäden normale Kommunikationsnetze lahmgelegt haben. Ohne diese Verbindung werden Kommandostrukturen episodisch und abhängig von anfälligen Sichtverbindungsfunkgeräten. Dies verlangsamt das Tempo, hemmt Entscheidungsprozesse und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass veraltete Befehle die Front erreichen.

Die Kontrolle ist gleichermaßen betroffen, da moderne militärische Führung auf persistente Konnektivität angewiesen ist, um Manöver, Logistik und Luftabwehr zu synchronisieren. Ein starkes Satelliteninternet erlaubt es, dass verschiedene Einheiten sofort zusammenarbeiten, gemeinsame digitale Karten und Führungswerkzeuge nutzen und ihre Handlungen schnell an die Lage auf dem Gefechtsfeld anpassen können.

Ohne diese Infrastruktur wird die Kontrolle fragmentiert, was Einheiten zwingt, halbautonom oder ohne Befehle zu operieren – ein Ansatz, der historisch schlecht zur stark zentralisierten Hierarchie der russischen Streitkräfte passt. Schließlich wird der Nachrichtenfluss erheblich beeinträchtigt, da weltraumbasiertes Internet die schnelle Weitergabe von Drohnenbildern, Satellitenaufnahmen und Geheimdienstinformationen bis auf operative und taktische Ebenen ermöglicht. Ohne diese Infrastruktur erreichen Informationen verspätet oder nur teilweise die Empfänger, wodurch die Truppen mit eingeschränkter Lageübersicht kämpfen und Drohneninformationen kaum effektiv umsetzen können.

Infolge dieser Defizite bleiben russische Einheiten auf dem Schlachtfeld stark von anfälligen und veralteten Kommunikationssystemen abhängig, wie den zuvor erwähnten Sichtverbindungsfunkgeräten und unregelmäßigen Relaisnetzen, die leicht durch Störungen, Zerstörung oder Distanz beeinträchtigt werden. Dies verursacht Verzögerungen, Unterbrechungen und Ungenauigkeiten.

Im Gegensatz dazu profitieren ukrainische Kräfte von stabiler, satellitengestützter Konnektivität über Starlink, die auch unter Kampfbedingungen widerstandsfähige und mobile Kommunikation ermöglicht. Dieses Ungleichgewicht erlaubt es der Ukraine, Echtzeitkoordination aufrechtzuerhalten, Informationen schnell zu verbreiten und das operationelle Tempo beizubehalten, während russische Einheiten zunehmend isoliert und fragmentiert auf dem Schlachtfeld agieren.

Insgesamt ist Russlands Versuch, Starlink zu replizieren, faktisch gescheitert. Anhaltende Finanzierungslücken, verursacht durch den zunehmenden Druck auf die Staatsfinanzen unter Sanktionen und Kriegsbedingungen, untergraben die Fähigkeit, kapitalintensive Hochtechnologieprojekte aufrechtzuerhalten, und verschlechtern die Perspektiven weiter. Das Scheitern der russischen Inlandsinitiative für Satelliteninternet verhindert den Übergang zu echter netzwerkzentrierter Kriegsführung. Ohne ein widerstandsfähiges weltraumbasiertes Kommunikationsnetz können russische Streitkräfte Sensoren und Kommandeure nicht in ein kohärentes Echtzeitsystem integrieren, wodurch Modernisierungsbemühungen strukturell eingeschränkt bleiben. Dieses Defizit verfestigt die Abhängigkeit von veralteten Kommandomethoden, die für modernen Hochintensitätskonflikt ungeeignet sind. Während Ukraine und NATO-Streitkräfte mit persistenter, satellitengestützter Konnektivität operieren, wird Russlands Kommunikationslücke nicht nur zu einem technischen Defizit, sondern zu einem entscheidenden operativen Nachteil, der die Ergebnisse auf dem Schlachtfeld maßgeblich beeinflusst.


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