Heute kommen die interessantesten Entwicklungen aus Afrika.
Im Verlauf des Jahres 2025 hat Russland seine Präsenz in Afrika verstärkt und versucht, seinen Einfluss auf dem Kontinent auszuweiten, um seine zunehmende Isolation auszugleichen. Diese Strategie weist jedoch erhebliche Schwächen auf, da sie auf unzuverlässigen kurzfristigen Gewinnen basiert, die den Verlust früherer Partnerschaften nicht ausgleichen.

Russland hat Militärkooperationsabkommen mit mehreren afrikanischen Staaten ratifiziert und konzentriert sein Engagement auf militärische Zusammenarbeit sowohl mit der staatlichen Führung als auch mit verschiedenen paramilitärischen Akteuren. Entsprechend seinem etablierten Modell liefert Russland militärische Ausrüstung, Ausbilder und Berater, um lokale Regierungen zu beeinflussen und strategische Zugeständnisse zu erlangen.

Waffenverkäufe sind der sichtbarste Teil dieser Strategie, die neben Kleinwaffen häufig auch gepanzerte Fahrzeuge, SU-30-Kampfjets und S-300-Luftabwehrsysteme umfasst. Für Regierungen, die mit inneren Konflikten oder Bedrohungen der Regimestabilität konfrontiert sind, bieten diese Lieferungen schnelle Unterstützung. Für Russland schaffen sie langfristige Abhängigkeiten, da die lokalen Streitkräfte russische Munition, Ersatzteile und technischen Support benötigen, um die Waffen betriebsfähig zu halten.

Ausbildungs- und Beratungseinsätze verstärken diese Abhängigkeit. Russisches Personal arbeitet direkt mit den lokalen Streitkräften zusammen und unterstützt bei Ausbildung und Operationen. Diese Berater operieren oft nahe an der Front, bleiben offiziell jedoch außerhalb direkter Kampfrollen, was es Russland ermöglicht, militärische Entscheidungen und interne Sicherheitsstrategien zu beeinflussen und gleichzeitig die formale Verantwortung zu begrenzen.

Diese Expansion ist eine direkte Folge der wachsenden Isolation Russlands auf europäischer und globaler Bühne. Mit dem Eintritt des Ukraine-Krieges ins vierte Jahr sieht sich Russland schweren internationalen Sanktionen ausgesetzt und vom bedeutenden Energiemarkt in Europa abgeschnitten. Selbst wenn der Krieg endet, werden die Folgen bleiben und Russlands Glaubwürdigkeit in Europa für Jahre untergraben. Zudem hat die Überdehnung in der Ukraine zum Sturz langjähriger Verbündeter beigetragen, darunter Assad in Syrien und Maduro in Venezuela.

Um den Rückgang geopolitischer Reichweite auszugleichen, hat Russland seine Einflussbemühungen in Afrika intensiviert. Der Kontinent bietet Rohstoffe, um Sanktionen zu umgehen, alternative Märkte für die Verteidigungsindustrie und diplomatische Unterstützung innerhalb der Vereinten Nationen. Da Russland nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um mit Chinas Infrastrukturprojekten oder westlicher Hilfe zu konkurrieren, verlässt es sich stattdessen auf paramilitärische Strukturen wie das Africa Corps, um Chancen zu nutzen. In Ländern wie Sudan und der Zentralafrikanischen Republik sichern diese Kräfte Bergbaugebiete für Gold, Diamanten und Lithium – Einnahmen, die die schrumpfende russische Wirtschaft stützen und Zugang zu seltenen Erden ermöglichen, die unter anderem für die Waffenproduktion benötigt werden. Russland strebt außerdem den Aufbau militärischer Strukturen und Marinestützpunkte an, vor allem in Libyen und Sudan und zunehmend in Madagaskar, um verlorene Stützpunkte außerhalb der Küstengebiete Syriens zu ersetzen und Macht über das Mittelmeer, das Rote Meer und den Indischen Ozean zu projizieren.

In Europa hat Russland Stabilität, Legitimität und vorhersehbaren Einfluss verloren. In Afrika sucht es den Ausgleich durch militärische Präsenz, Zugang zu Rohstoffen und die Möglichkeit, westlichen Einfluss herauszufordern. Dies stellt Russlands früheren Status nicht wieder her, verschafft aber Hebelwirkung in Regionen, in denen institutionelle Einschränkungen schwächer und politische Stabilität fragiler sind.


Während Russland durch militärische Macht schnell Einfluss gewinnt, fehlt der Strategie die Tiefe für langfristigen Erfolg. Das russische Modell konzentriert sich ausschließlich auf harte Sicherheit und den Schutz der Elite und vernachlässigt die soziale und wirtschaftliche Entwicklung, die für echte staatliche Stabilität notwendig ist. Folglich korreliert die Präsenz russischer Kräfte häufig mit einer Zunahme lokaler Gewalt und einer Verschlechterung der humanitären Lage. Waffenlieferungen und der Einsatz von Auftragnehmern stärken Regime kurzfristig, verhindern jedoch langfristige Stabilität und untergraben schnell institutionelle Kapazität, sozialen Zusammenhalt und dauerhaften Staatsaufbau. Diese zunehmende Instabilität erhöht wiederum die Abhängigkeit von Russland für externe Sicherheitsunterstützung, verstärkt die Abhängigkeit und schafft einen selbstverstärkenden Kreislauf, durch den Russland seine kurzfristige Hebelwirkung sichern kann.

Dies sichert den Einfluss vorübergehend, doch wenn externe Akteure durch echte Staatsaufbauprogramme intervenieren, bleibt der abhängige Staat exponiert, was den Wert der Beziehung für Russland mindert. Eine nachhaltige Allianz erfordert Investitionen in Institutionen und Governance. Das aktuelle russische Modell priorisiert Hebelwirkung über Entwicklung und beschränkt dadurch dauerhafte und langfristig profitable Partnerschaften.

Insgesamt spiegelt Russlands wachsende Rolle in Afrika den Versuch wider, den schwindenden Einfluss anderswo durch militärische Hebelwirkung auszugleichen. Die Entwicklungen vor Ort zeigen jedoch die Fragilität dieses Ansatzes. So breitet sich im Mali trotz umfassender russischer Unterstützung die Gewalt von Aufständischen landesweit weiter aus. In Sudan und Madagaskar fordern konkurrierende externe Akteure wie Saudi-Arabien und China zunehmend Russlands Position heraus und zeigen, wie leicht sein Einfluss verdrängt werden kann. Langfristig riskiert dieses Modell, dass Russland überdehnt, ersetzbar und nicht in der Lage ist, Einfluss in dauerhafte strategische Allianzen umzuwandeln.


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