Somalias fragile Balance bricht zusammen, während ausländische Einmischung zunimmt

Jan 16, 2026
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Heute gibt es wichtige Neuigkeiten aus Afrika.

Somalia steht nicht mehr nur vor seinem bekannten Zyklus der Unsicherheit, sondern wird in einen tieferen Destabilisierungsprozess gedrängt, der durch ausländische Einmischung vorangetrieben wird. Im Zentrum dieser Entwicklung steht Russland, das Somalias Schwäche ausnutzt, um Chaos zu stiften, die Stabilität zu untergraben und einen fragilen Staat in einen weiteren Druckpunkt seiner globalen Strategie zu verwandeln.

Somalia steckt seit Jahren in einem langwierigen Bürgerkrieg gegen die islamistische Gruppe al-Shabaab, ein Konflikt, der teilweise eingedämmt, aber nicht gelöst wurde, wobei die Regierung die Hauptstadt hielt, während die Gewalt anderswo weiterbestand. Diese Eindämmung bricht nun zusammen; jahrelang konzentrierten sich Sicherheitsbemühungen auf die Verteidigung von Mogadischu, wodurch der Eindruck einer schrittweisen Stabilisierung entstand. Außerhalb der Hauptstadt blieb die staatliche Präsenz jedoch schwach, was al-Shabaab die Möglichkeit gab, sich anzupassen, anstatt besiegt zu werden. Die Gruppe verfolgt eine Strategie des anhaltenden Drucks in ländlichen Gebieten, greift Straßen, Nachschubwege und lokale Verwaltungen an und reduziert allmählich die Kontrolle der Regierung, ohne auf spektakuläre Anschläge angewiesen zu sein.

Gleichzeitig hat die Position der Bundesregierung durch den Verlust internationalen Vertrauens an Stärke verloren. Vorwürfe, dass Beamte ausländische Lebensmittelhilfe misshandelten, führten zur Aussetzung wichtiger Unterstützung, wodurch die Fähigkeit des Staates untergraben wurde, Sicherheitskräfte und grundlegende Verwaltung zu finanzieren. Dieser Vertrauensverlust hat die politischen Spannungen zwischen Zentralregierung und regionalen Behörden verschärft und die Koordination gegen militante Aktivitäten weiter eingeschränkt. Ausländische Einflüsse fügen einen weiteren Destabilisierungsfaktor hinzu. Jüngste Anerkennungsbewegungen bezüglich Somaliland haben einen internen Streit auf die internationale Bühne gebracht und signalisiert, dass Somalias territoriale Integrität offen infrage gestellt wird.

Russland richtet sein Augenmerk auf Somalia, weil es Einfluss ohne hohe Kosten oder große Risiken bietet. Das Land liegt in der Nähe wichtiger Seewege und kämpft bereits mit schwacher staatlicher Kontrolle, was bedeutet, dass selbst kleine externe Maßnahmen große Auswirkungen haben können. Russland ist nicht dort, um Milizen zu besiegen oder Ordnung wiederherzustellen; stattdessen profitiert es vom Chaos.

Anstatt Truppen zu entsenden oder sich langfristig zur Sicherheit zu verpflichten, agiert Moskau indirekt, nutzt politische Botschaften und selektive Partnerschaften, die Unsicherheit erhöhen, während es die Verantwortung für das, was als Nächstes geschieht, vermeidet. In Somalia zeigt sich dies durch Bemühungen, westlich unterstützte Sicherheitsprogramme zu diskreditieren, Akteure innerhalb der Bundesregierung einzubeziehen und Russland als alternativen Partner zu präsentieren, der Unterstützung ohne Regeln oder Bedingungen verspricht. Sicherheitskooperation erfolgt über kurzfristige Abkommen, die Abhängigkeit schaffen, aber tiefere Probleme unangetastet lassen.

Da Somalias Institutionen fragil sind, kann selbst begrenzte russische Einmischung die Koordination gegen Milizen stören, das Misstrauen zwischen Mogadischu und regionalen Führern vertiefen und internationale Missionen erschweren.

Ziel ist es nicht, das System zu reparieren, sondern es zu schwächen, nach demselben Muster, das Russland auch anderswo anwendet. Während sein Einfluss in Europa schrumpft, im Nahen Osten unzuverlässig wird und in Teilen Lateinamerikas abnimmt, wendet sich Moskau zunehmend fragilen Staaten zu, in denen Instabilität selbst zur Hebelwirkung wird. Somalia passt in dieses Muster, wobei Störung an die Stelle langfristiger Einflussnahme tritt.

Somalia zeigt jedoch auch die Grenzen dieser Strategie. Russland kann zur Instabilität beitragen, da das politische System Somalias bereits schwach ist und externem Druck ausgesetzt werden kann, der Rivalitäten verstärkt. Allerdings kann Russland nicht kontrollieren, was folgt, sobald die Instabilität beschleunigt wird. Sobald der Druck steigt, entwickeln sich Somalias interne Kräfte – wie Stammesrivalitäten, regionale Konkurrenz, wirtschaftliche Belastung und fest verankerte Aufständischen-Netzwerke – jenseits jedes Einflusses, den Russland zu exertieren hofft.

Dieses Scheitern zeigt sich in Somalias Sicherheitsungleichgewicht, bei dem Mogadischu stark geschützt ist, während große Gebiete außerhalb der Hauptstadt umkämpft bleiben. Russlands Vorgehen trägt zu dieser Lücke bei, indem es die Koordination schwächt, ohne Alternativen anzubieten, wodurch die Instabilität nach außen verlagert wird und bewaffnete Gruppen expandieren. Mit der Ausbreitung des Chaos verschlechtert sich der humanitäre Zugang, Gewalt wird schwerer einzudämmen, und die Situation entwickelt sich auf eine Weise, die Moskau weder steuern noch umkehren kann.

Insgesamt zeigt Somalia, dass Russland nicht mehr in der Lage ist, seine Macht dauerhaft über sein unmittelbares Umfeld hinaus zu projizieren. Stattdessen hat Moskau seine Strategie angepasst und nutzt Instabilität selbst als Quelle des Einflusses, anstatt als Hindernis. Somalias erneute Instabilität ist kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Musters, in dem Störung langfristiger Strategie Platz macht. Somalia zeigt, wie Russland verlorenen Einfluss anderswo durch Ausnutzung von Instabilität in einer Region kompensiert, die es nicht kontrollieren kann.

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