Russland gibt zu: Die Hälfte seiner Bomben explodiert nicht – Luftangriffe enden im Desaster

Jul 21, 2026
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Während satellitengestützte Präzisionsgleitbomben der russischen FAB-Serie ukrainische Ziele erreichen, verdichten sich in russischen Fachberichten die Hinweise auf systematische Wirkungsausfälle in zwei voneinander getrennten Einsatzphasen. Russische Militäranalysten berichten, dass bis zu der Hälfte der eingesetzten Munition gar nicht zur Detonation gelangt, während andere Zähler zwar punktgenau einschlagen, gehärtete Stellungen jedoch intakt lassen. Pro-russische Militärblogger üben direkte Kritik an diesen Unzulänglichkeiten und räumen ein, dass die Bomben häufig nicht den Zerstörungseffekt entfalten, der von Gefechtsköpfen dieser Kaliberklasse zu erwarten wäre. Die russischen Luftstreitkräfte reagieren darauf mit einer Erhöhung der Waffennutzlast: Modernisierte Jagdbomber vom Typ Su-34 können nun sechs statt vier Gleitbomben mitführen, indem vier mit UMPK-Rüstsätzen ausgestattete FAB-Bomben mit zwei spezialisierten Präzisionswaffen kombiniert werden, was die Tonnage pro Einsatzflug um ein Drittel steigert. Russland erhöht somit die Quantität der abgeworfenen Munition, ohne die technischen und taktischen Ursachen zu beheben, die das Überleben der ukrainischen Verteidigungsstellungen ermöglichen.

Die Ursachen dieser defizitären Wirkungsentfaltung werden deutlicher, wenn man die beiden Ausfallmechanismen differenziert betrachtet. Blindgänger treffen das Ziel lediglich mit ihrer kinetischen Restenergie, ohne dass es zur Umsetzung des Sprengstoffs kommt. Bei den erfolgreich auslösenden Bomben liegt die Problematik hingegen primär im Modus der Zündereinstellung. Beim Angriff auf feldbefestigte Bauwerke und Unterstände detonieren viele Munitionen unmittelbar beim Aufschlag auf dem Dach oder den oberen Geschossen, bevor ein Eindringen in die darunter liegende geschützte Infrastruktur erfolgt. Der Hauptteil der Druckwelle entweicht in die Atmosphäre und wirkungslos vom Ziel weg, während die Stahlbetondecken die verbleibende Explosionsenergie absorbieren, bevor sie das Kellergeschoss erreicht. Das Ergebnis ist ein Trefferbild, das aus der Luftperspektive verheerend wirkt, das eigentliche Zielobjekt darunter jedoch intakt lässt – womit ein massiver Gefechtskopf zu einer kostspieligen Oberflächenexplosion degradiert wird.

Um zu verhindern, dass die Bausubstanz die Detonationswelle vor dem Erreichen der Zielstruktur absorbiert, muss die Explosion im Inneren des Objekts erfolgen. Bei Verwendung eines Verzögerungszünders durchschlägt die Bombe zunächst das Dach sowie die oberen Betonlagen, um erst im Kellerbereich oder in der gehärteten Stellung selbst zu detonieren. Dies würde die Zerstörungskraft im Gebäudeinneren konzentrieren und denselben Präzisionstreffer in eine Detonation verwandeln, die in der Lage ist, den Baukörper samt Untergeschossen zum Einsturz zu bringen. Da die eingesetzten Zündersysteme bereits über entsprechende Verzögerungsoptionen verfügen, müssten die russischen Bodencrews lediglich die Zündereinstellung vor dem Start anpassen – ohne Änderungen an der Bombe, dem Lenksatz oder dem Trägersystem vornehmen zu müssen.

Dass diese einfache Anpassung weiterhin unzureichend umgesetzt wird, offenbart tieferliegende Defizite in der operativen Planung und Führung der russischen Luftkampagne. Russische Militärexperten sahen in der Neubesetzung an der Spitze der Luft- und Weltraumkräfte eine Chance, die Zündereinstellungen einheitenübergreifend zu standardisieren. Zudem forderten sie eine striktere Zielauswahl sowie die konsequente Fortführung von Angriffsschleifen bis zur bestätigten Zerstörung des Zielobjekts. Diese Dringlichkeit wurde durch Vorfälle unterstrichen, bei denen mehrere Gleitbomben gegen einen Keller eingesetzt wurden, in dem sich lediglich ein einzelner Soldat befand, während höherwertige militärische Ziele unbekämpft blieben. Dieselben Präzisionswaffen hätten zur Neutralisierung von Drohnenleitständen, Radarstationen oder Flugabwehrsystemen genutzt werden können, was einen weitaus höheren operativen Effekt auf dem Gefechtsfeld erzielt hätte. Dennoch verharrt der russische Ansatz bei der Maximierung des Ausstoßes: Die russischen Streitkräfte werfen mittlerweile über fünftausendsiebenhundert gelenkte Fliegerbomben pro Monat ab, ohne die Einsatzverfahren anzupassen. Dies verdeutlicht ein fundamentales Problem der Gleitbombenkampagne, bei der die quantitative Steigerung des Munitionseinsatzes nicht von der notwendigen Planung, Ausbildung und Doktrin begleitet wird. Das Resultat ist eine Luftkampagne mit stetig steigenden Abwurfzahlen bei gleichzeitig fortbestehender Operativität der ukrainischen Verteidigung.

Insgesamt gilt: Solange die Führung der russischen Luftstreitkräfte keine strengere Kontrolle über die Zielauswahl ausübt und keine verlässlichen Standards für die Züchtervorbereitung sowie die Gefechtsschadensaufklärung (BDA) durchsetzt, wird die Intensivierung der Gleitbombenkampagne lediglich den Munitionsverbrauch erhöhen, ohne eine entsprechende Steigerung der vernichteten Ziele zu bewirken. Die russische Führung muss davon abrücken, Erfolg an der Anzahl abgeworfener Bomben zu bemessen, und stattdessen den tatsächlichen Zielerreichungsgrad jedes Eintrags evaluieren. Mit steigender Traglast der Luftfahrzeuge und wachsender Bombenproduktion skaliert jedes ungelöste Planungsdefizit mit und führt zur Verschwendung von Präzisionsmunition, die gegen strategisch bedeutendere Ziele hätte eingesetzt werden können. Behält Russland den aktuellen Kurs bei, wird das Land zwar das sichtbare Ausmaß seines Luftkriegs vergrößern, die tatsächlichen Wirkungen auf dem Gefechtsfeld jedoch weit hinter dem zerstörerischen Potenzial der eingesetzten Waffensysteme zurückbleiben.

05:26

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