Die Ukraine testet ein Disponentenmodell, bei dem ein Operator Hunderte von Drohnen steuert.

Feb 14, 2026
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Heute kommen die wichtigsten Nachrichten aus dem Drohnenkrieg in der Ukraine.

Hier war die Kontrolle über den Luftraum stets ein entscheidender Faktor dafür, was am Boden überlebt. Was sich nun abzeichnet, droht grundlegend zu verändern, wie diese Kontrolle ausgeübt wird, und weist auf eine neue Ebene von Drohnenbedienern hin, auf die bestehende Verteidigungssysteme möglicherweise nicht vorbereitet sind.

Ein jüngster Militärtest der Volksbefreiungsarmee zeigte eine Rolle, die eher einem Fluglotsen für unbemannte Luftfahrzeuge ähnelt als einem traditionellen Drohnenpiloten. In diesem Modell wird beschrieben, dass ein einzelner Soldat einen Schwarm von mehr als 200 Drohnen über ein einziges Kamerafeed steuert.

Da ukrainische Streitkräfte Drohnen bereits als zentrales Gefechtsmittel einsetzen, würde dies ihre Fähigkeit zur Skalierung von Drohnenoperationen unmittelbar beeinflussen, indem es einem Operator ermöglicht, deutlich mehr Luftfahrzeuge zu kontrollieren. Ein klassischer Frontlinien-Operator steuert in der Regel eine einzelne FPV- oder Aufklärungsdrohne, wobei seine Aufmerksamkeit vollständig darauf gerichtet ist, dieses eine Luftfahrzeug in der Luft und auf Kurs zu halten. Ein Operator im Dispatcher-Stil hingegen weist vielen Drohnen gleichzeitig Aufgaben zu, wodurch sich die menschliche Rolle vom Steuern einer einzelnen Maschine hin zum Führen einer gesamten Drohnenflotte verlagert.

Dieses Modell beruht auf Autonomie, was bedeutet, dass jede Drohne über Bordsoftware verfügt, die eigenständig Entscheidungen treffen kann, ohne ständige menschliche Eingaben. Berichte beschreiben intelligente Koordinationsalgorithmen, die es Drohnen ermöglichen, Informationen auszutauschen, sodass der Schwarm als geschlossene Einheit operieren kann. Praktisch bedeutet dies, dass der Schwarm Aufgaben neu verteilen kann, wenn eine Drohne verloren geht oder gestört wird, was in der Ukraine von entscheidender Bedeutung ist, da elektronische Störungen zum Alltag gehören.

Das System nutzt Datenverbindungen zur Übermittlung von Befehlen und Statusmeldungen, doch der zentrale Anspruch ist, dass die Drohnen selbst dann weiter kooperieren können, wenn diese Verbindung unterbrochen wird. Ein gemeldetes Startsystem kann Dutzende Starrflügler-Drohnen gleichzeitig ausbringen, wodurch sich nahezu unmittelbar ein großer Schwarm formieren kann.

Einige Drohnenvarianten werden mit Geschwindigkeiten von nahezu 100 Kilometern pro Stunde und einer Einsatzdauer von über einer Stunde beschrieben, was die Abdeckung weiter Gebiete statt einzelner Grabenabschnitte ermöglicht. Zu den möglichen Nutzlasten zählen Sensoren, Munition und Relaismodule, sodass der Schwarm Aufklärung, Angriff und Kommunikationsunterstützung in einem einzigen System vereinen kann.

Wenn ein einzelner Operator Hunderte von Drohnen überwachen kann, könnte die Ukraine ihre Drohnenabdeckung ausweiten, ohne die Zahl der Piloten im gleichen Verhältnis erhöhen zu müssen. Ein Schwarm steigert zudem die Widerstandsfähigkeit, da mehrere Sensoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Wahrscheinlichkeit verringern, dass ein Ziel verschwindet, wenn eine Drohne ausfällt. Die Kombination von Aufklärungs- und Angriffsrollen zwingt Verteidiger dazu, unter Zeitdruck reale Bedrohungen von Täuschungen zu unterscheiden. Der Gefechtseffekt besteht in einer Sättigungsproblematik, da Verteidiger nur eine begrenzte Anzahl von Zielen gleichzeitig bekämpfen können.

Ein Dispatcher-Modell verkürzt zudem die Zeit zwischen Zielerfassung und Angriff, indem Suche, Bestätigung und Bekämpfung parallel koordiniert werden. Die zentrale Frage ist daher, ob sich dieses Steuerungsmodell schneller skalieren lässt, als sich Gegenmaßnahmen weiterentwickeln.

Die wichtigste Einschränkung besteht darin, dass diese Fähigkeit bislang eher einer kontrollierten Demonstration als einem unter Gefechtsbedingungen erprobten System entspricht. Die Ukraine ist eines der anspruchsvollsten Drohnenumfelder weltweit, da ständige Störungen und ein überfüllter Luftraum die Koordination erschweren. Autonomie reduziert zwar den Bedarf an kontinuierlicher menschlicher Steuerung, bedeutet jedoch auch, dass Kommandeure darauf vertrauen müssen, dass sich Drohnen unter veränderten Bedingungen vorhersehbar verhalten. Ausbildung und Simulation können die Koordination verbessern, doch im realen Gefecht treten zusätzliche Reibungsverluste wie Signalverlust, beschädigte Ausrüstung und Versorgungsengpässe auf.

Ein echtes Modell von 200 Drohnen pro Soldat hängt zudem davon ab, dass Produktion und Transport mit dem Verbrauch auf dem Gefechtsfeld Schritt halten. Der schnellste Weg für die Ukraine bestünde vermutlich darin, eine Dispatcher-ähnliche Steuerung auf bestehende Drohneneinheiten aufzusetzen, während eine vollständige doktrinäre Umstellung neue Ausbildungs- und Unterstützungsstrukturen erfordern würde.

Insgesamt liegt der eigentliche Wandel nicht in der Anzahl der Drohnen, sondern im Entstehen eines Führungsmodells, bei dem ein einzelner Operator ein gesamtes Luftsystem steuert statt nur ein einzelnes Luftfahrzeug. Wenn sich dieses Modell unter realem Gefechtsdruck bewährt, wird der Vorteil auf dem Schlachtfeld weniger von der Leistung einzelner Drohnen abhängen als davon, wie gut Streitkräfte große Formationen koordinieren können. Diese Dynamik deutet auf ein Wettrüsten hin, das sich ebenso stark auf die Störung von Schwarmsteuerung wie auf die Verbesserung von Schwarmfähigkeiten konzentriert.

Das wahrscheinliche langfristige Ergebnis ist, dass jene Armeen, die dichte Drohnenformationen mit weniger Bedienern zuverlässig steuern können, maßgeblich bestimmen werden, wie künftige Schlachtfelder ausgefochten werden.

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