Die Europäische Union bewegt sich auf ein vollständiges Exportverbot zu, während die Durchsetzung verschärft wird.

Feb 12, 2026
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Heute kommen die wichtigsten Nachrichten aus Europa.

Hier geben Beamte offen zu, dass die Preisobergrenze für russische Ölexporte das Verhalten Russlands inzwischen nicht mehr in nennenswerter Weise beeinflusst. Was als eine kleine politische Anpassung dargestellt wird, ist tatsächlich das erste Anzeichen dafür, dass Europa sich darauf vorbereitet, die Durchsetzung auf See grundlegend zu verändern.

Die Europäische Union diskutiert nun offen über einen Übergang von der Preisobergrenze hin zu einem vollständigen Verbot maritimer Dienstleistungen, die russische Ölexporte unterstützen. Dabei geht es nicht mehr darum, Schwellenwerte anzupassen oder Compliance-Regeln zu verfeinern, sondern das Preisobergrenzen-System vollständig zu ersetzen. Politisch signalisiert dies, dass die EU die Obergrenze nicht länger als Werkzeug betrachtet, das durch kleine Änderungen korrigiert werden kann.

Der Druck wächst, weil Russlands Ölexporte zunehmend auf eine kleine Anzahl unvermeidbarer Seewege beschränkt sind. Auf dem Papier wirkt die Durchsetzung bereits solide. Die meisten russischen Öltransporte über See verlassen das Land über die Ost- und Schwarzmeere, was bedeutet, dass der Tankerverkehr zwangsläufig auf eine kleine Anzahl bekannter Routen konzentriert ist.

Das Vereinigte Königreich hat erklärt, dass es über die rechtliche Grundlage verfügt, Schattenflotten-Tanker im Ärmelkanal zu stoppen und zu inspizieren. EU-Beamte haben angekündigt, dass sie, falls die Durchsetzung dort aktiviert wird, bereit sind, russische Öltransporte abzufangen und das Baltische Meer für russische Exporte zu sperren. Theoretisch sollte diese Kombination den russischen Exporten nur wenige Verstecke lassen und den europäischen Staaten die Mittel geben, entschlossen zu handeln.

In der Praxis wurde diese Durchsetzungslinie jedoch noch nicht überschritten. Das Vereinigte Königreich, obwohl nicht mehr Teil der EU, ist in der Sanktionspolitik eng mit ihr abgestimmt und spiegelt häufig diplomatische und Durchsetzungspositionen der EU wider, beschränkt sich aber bislang darauf, die Bewegungen der Schattenflotte zu überwachen, statt Schiffe routinemäßig im Transit zu stoppen.

Die jüngsten Maßnahmen Spaniens zeigen dieselbe Zurückhaltung, nachdem der sanktionierte Tanker Chariot Tide aus spanischen Gewässern in den marokkanischen Hafen Tanger Med eskortiert wurde, anstatt festgesetzt zu werden. Das Schiff hatte nahe der spanischen Küste seinen Antrieb verloren, und die Behörden behandelten den Vorfall als maritimes Sicherheitsproblem, statt ihn zur Durchsetzung der Sanktionen zu nutzen.

Diese Lücke zwischen formaler Autorität und tatsächlichem Handeln ist genau der Grund, warum die EU nun über eine drastischere Maßnahme nachdenkt: Auf dem Papier existieren die Werkzeuge, in der Realität entscheiden sich die Staaten oft dagegen, sie zu nutzen.

Regierungen halten sich vor allem wegen rechtlicher und finanzieller Risiken zurück, obwohl ihnen bereits klar ist, wie Russland die Regeln umgeht. Das Betreten oder Festsetzen eines Tankers wirft komplexe Fragen des Seerechts, der Verantwortung des Flaggenstaates und der Frage auf, ob ein Schiff praktisch staatenlos ist. Eine Festsetzung eröffnet zudem Klagen von Schiffseignern und Versicherern sowie Haftungsrisiken bei Umweltschäden. In einem solchen Umfeld erscheint Überwachung sicherer als Handeln, selbst wenn Durchsetzungsinstrumente formal vorhanden sind.

Diese rechtliche Zurückhaltung ist der Grund, warum EU und Vereinigtes Königreich nun auf ein vollständiges Verbot maritimer Dienstleistungen für russische Ölexporte zusteuern. Das Problem am aktuellen System ist, dass die Durchsetzung auf Preis- und Papierkontrollen beruht, wodurch Schattenflotten-Tanker Zeit haben, weiterzufahren, während die Behörden zögern. Ein vollständiges Verbot durchbricht diese Komplexität mit einer einfachen Regel: Russisches Öl, das unter Verwendung westlicher Versicherung, Schifffahrt oder verwandter Dienste transportiert wird, ist illegal. Im aktuellen System können Länder die Maßnahmen weiter hinauszögern, während sie Papiere prüfen und die Einhaltung bewerten.

Unter einem vollständigen Verbot entfällt diese Option. Wird ein Tanker mit russischem Öl durch die Hoheitsgewässer passieren gelassen, ohne dass Maßnahmen ergriffen werden, erlauben die Behörden direkt eine illegale Handlung nach ihren eigenen Regeln. Dadurch kehrt sich der Druck um: Nichts zu tun wird selbst zum Verstoß. Einfach gesagt, wird die Abfangaktion nicht mehr zur politischen Wahl, sondern zur grundlegenden Art und Weise, wie Regierungen die Einhaltung des Verbots beweisen.

Insgesamt kommt es nun weniger darauf an, wie die Regeln formuliert sind, sondern darauf, ob europäische Länder bereit sind, sie durchzusetzen. Wird ein vollständiges Verbot maritimer Dienstleistungen eingeführt und vom Vereinigten Königreich unterstützt, wird dies nicht zu einem sofortigen Stopp russischer Ölexporte führen, aber zu zunehmenden Verzögerungen, Versicherungsproblemen und höheren Risiken bei jedem Transport.

Mit der Zeit würde dieser Druck den Exporteuren weniger praktikable Optionen lassen: entweder höhere Kosten und Risiken akzeptieren oder die Mengen reduzieren. Die Idee ist, dass das Ignorieren von Verstößen selbst kostspielig wird und das Stoppen von Schiffen zur normalen Reaktion wird, statt zur Ausnahme.

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