Heute kommen die wichtigsten Neuigkeiten aus Russland.
In den westlichen Regionen Russlands werden die Mobilfunknetze jedes Mal abgeschaltet, wenn die Gefahr langreichweitiger ukrainischer Drohnen auftaucht, wodurch Städte in digitale Dunkelheit versetzt werden, um strategische Infrastruktur zu schützen. Diese weitreichenden Abschaltungen stellen jedoch eine verzweifelte und zugleich wirkungslose Antwort auf ein Gefechtsproblem dar, das sich längst weiterentwickelt hat, und verdeutlichen die wachsende Lücke zwischen ukrainischen Bedrohungen und russischen Reaktionen.

Jedes Mal, wenn Wellen ukrainischer Langstreckendrohnen auf dem Weg in Richtung russisches Staatsgebiet erkannt werden, schalten regionale Behörden das mobile Internet und teilweise die gesamte Telekommunikationsabdeckung ab. Die Absicht ist klar: SIM-kartenbasierte Navigationssysteme zu stören, von denen angenommen wird, dass sie Drohnen zu ihren Zielen führen. Durch die Verschlechterung der Signalverfügbarkeit hoffen die Verantwortlichen, anfliegende Fluggeräte zu desorientieren oder sie vom Kurs abzubringen, bevor sie kritische Infrastruktur erreichen.

In der Praxis sind die Ergebnisse nicht erfolgreich. Zwar kann eine lokale Signalstörung bestimmte Steuerungsmethoden erschweren, doch das Tempo ukrainischer Angriffe wurde dadurch nicht gestoppt. Trotz wiederholter Abschaltungen dringen Drohnen weiterhin in den Luftraum ein und treffen Öldepots, Flugplätze und Industrieanlagen.

Die unmittelbaren und vorhersehbaren Folgen treffen stattdessen die Zivilbevölkerung. Bewohner berichten von Ausfällen beim Zugang zu Bankdiensten und Notfallkommunikation, teilweise über Stunden hinweg. Dieses Muster führt zu wachsender öffentlicher Frustration, da das tägliche Leben großflächig beeinträchtigt wird, während die Angriffe, die durch die Abschaltungen verhindert werden sollen, dennoch stattfinden, was Zweifel am tatsächlichen Verteidigungswert dieser Maßnahme aufkommen lässt.

Russische Behörden greifen zu großflächigen Abschaltungen des mobilen Internets, weil zu Beginn des Krieges Wellen ukrainischer Langstreckendrohnen in erheblichem Maße auf den Zugang zu russischen Mobilfunknetzen angewiesen waren. Ukrainische Angriffssysteme wurden so angepasst, dass sie handelsübliche SIM-Karten nutzten, um während des Fluges Kurskorrekturen zu empfangen oder die Navigation mithilfe mobiler Daten zu verfeinern.


Durch die Nutzung der inländischen Telekommunikationsinfrastruktur konnten diese Systeme ihre Einsatzreichweite ausdehnen und eine flexible Steuerung tiefer im russischen Territorium aufrechterhalten, als es herkömmliche Sichtverbindungen erlaubt hätten.

Angesichts dieser Methode konzentrierten sich russische Gegenmaßnahmen darauf, genau den Netzzugang zu unterbinden, der sie ermöglichte. Anstatt jede Drohne einzeln zu bekämpfen, entschieden sich die Behörden für eine flächendeckende Unterdrückung der Telekommunikation, indem sie Mobilfunkmasten entlang vermuteter Flugrouten und rund um sensible Einrichtungen abschalteten. Die Logik war pragmatisch defensiv: Wenn Drohnen von zellularer Konnektivität abhingen, könnte deren Unterbrechung die Zielgenauigkeit mindern, die Steuerung durch Bediener stören oder die Drohnen zwingen, auf weniger präzise Ersatznavigation zurückzugreifen. De facto entschied sich Russland dafür, das eigene Telekommunikationssystem als Schutzschild zu opfern und Infrastrukturverweigerung als Mittel einzusetzen, um eine damals neu auftretende ukrainische Angriffstechnik einzudämmen.

Viele Plattformen stützen sich inzwischen auf vorprogrammierte Flugrouten, die durch Trägheitsnavigationssysteme gesteuert werden und keine externe Unterstützung benötigen. Zusätzlich werden sie mit Satellitennavigation und optischen Geländeanpassungstechnologien kombiniert, um ihre Position und ihren Kurs zu bestimmen. Dadurch können Drohnen komplexe Routen autonom verfolgen, selbst in stark gestörten elektronischen Umgebungen.


Darüber hinaus sind Einweg-Angriffsdrohnen häufig so konzipiert, dass sie ihre Mission ohne weitere Eingaben während des Fluges abschließen, da der Kurs bereits vor dem Start festgelegt wurde. Sie senden nach dem Start kaum oder gar keine Daten mehr, was sie schwerer nachverfolgbar und weitgehend unabhängig macht. Infolgedessen hat das Abschalten mobiler Netze nahezu keinen operativen Einfluss auf die Erfolgsquote von Angriffen.

Statt Steuerungsverbindungen zu unterbrechen, beeinträchtigen die Ausfälle somit in erster Linie die zivile Konnektivität, während die Drohnen ungehindert ihre Ziele erreichen. Die anhaltende Anwendung dieser Gegenmaßnahme verdeutlicht daher eine institutionelle Verzögerung, da Russland weiterhin eine Steuerungsmethode bekämpft, die die ukrainischen Streitkräfte längst überwunden haben, und sich angesichts technologischer Fortschritte der Ukraine als ineffizient erweist.

Insgesamt offenbart Russlands Abhängigkeit von Kommunikationsabschaltungen ein Verteidigungskonzept, das auf veraltete Bedrohungen zugeschnitten ist und nicht auf die aktuelle operative Realität. Indem die Behörden reflexartig zur Infrastrukturverweigerung greifen, verursachen sie erhebliche gesellschaftliche Kosten bei gleichzeitig abnehmendem taktischem Nutzen gegenüber zunehmend autonomen Angriffssystemen. Diese Dynamik belastet nicht nur die Geduld der Zivilbevölkerung, sondern signalisiert auch eine langsamere Anpassung innerhalb der russischen Drohnenabwehrdoktrin im Vergleich zum Innovationstempo der Ukraine und wirft Fragen hinsichtlich Russlands Fähigkeit auf, das eigene Territorium wirksam zu verteidigen. Strategisch betrachtet zeigt diese Praxis, wie reaktive Maßnahmen die Verwundbarkeit eher verstärken als verringern können, und festigt den Eindruck, dass russische Taktiken gegen Langstreckendrohnen strukturell einen Schritt hinter der ukrainischen Innovation zurückbleiben.


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